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LVR fördert Hilfsangebot für Kinder psychisch kranker Eltern im Rhein-Sieg-Kreis mit 105.000 Euro

Qualitativ anspruchsvolle Bewerbungen / Konkrete Maßnahmen zur Betreuung, Beratung und Versorgung von Kindern und Jugendlichen / Nachhaltige Finanzierung eingeplant Rhein-Sieg-Kreis. Köln. 24. Januar 2011. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) fördert bis zum 30. September 2013 ein Projekt des Katholischen Vereins für soziale Dienste im Rhein-Sieg-Kreis (SKM) in Höhe von 105.000 Euro zur Betreuung, Beratung und Versorgung von Kindern psychisch kranker Eltern. Grundlage ist ein  gemeinsames Projekt aller Träger von Sozialpsychiatrischen Zentren (SPZ) im Rhein-Sieg-Kreis. Insgesamt hatten sich rheinlandweit 27 Projekte aus 20 Gebietskörperschaften um Fördermittel beworben. Projekte in neun Modellregionen – eine davon ist im Rhein-Sieg-Kreis – profitieren von der finanziellen Unterstützung. Der LVR-Klinikverbund bemüht sich seit Jahren, um die Weiterentwicklung entsprechender Hilfeangebote für Kinder und Jugendliche, in deren Familien die Eltern oder Bezugspersonen psychisch erkrankt sind. Der Landschaftsausschuss hatte durch eine entsprechende Entscheidung den Weg für die Förderung frei gemacht.

„Hervorzuheben war das hohe fachliche Niveau der eingereichten Bewerbungen. Es ist auch besonders erfreulich, dass mit den Bewerbungen Berichte über bereits erprobte Konzepte und Maßnahmen vorgelegt wurden. Damit kann festgestellt werden, dass die verantwortlichen Institutionen die Notwendigkeit, Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern im Rheinland bereitzustellen, aufgegriffen haben und die Weiterentwicklung mit Engagement betreiben wollen,“ bewertet der zuständige LVR-Fachbereichsleiter Michael van Brederode aus dem LVR-Dezernat Klinikverbund und Heilpädagogische Hilfen das hohe Niveau des Auswahlverfahrens.

Kinder psychisch kranker Eltern leben in besonderen Belastungssituationen und haben ein hohes Risiko selbst krank oder auffällig zu werden. Mit der Modellförderung will der LVR Angebote fördern, die der konkreten Unterstützung der betroffenen Kinder und der psychisch kranken Eltern dienen. Neben einzelnen Unterstützungsangeboten soll während der dreijährigen Projektzeit (36 Monate) eine bedarfsgerechte Angebotsstruktur in den Regionen geschaffen werden. Angestrebt werden konkrete Maßnahmen zur Betreuung, Beratung und Versorgung von Kindern psychisch kranker Eltern. Auch die erkrankten Eltern werden beraten und unterstützt. Der Zugang zu den aufgebauten Hilfen soll niedrigschwellig sein.

Ein weiteres Projektziel ist die Zusammenarbeit zwischen den verantwortlichen Institutionen: Zum Wohl der Kinder sollen die Gemeindepsychiatrie (SPZ), die Fachkrankenhäuser, die Jugendhilfe und die Jugendämter in der Region zusammenarbeiten und auch bereits etablierte Hilfen einbeziehen.

„Die Leistungen für Kinder psychisch kranker Eltern sollen zu einer Regelleistung in den Modellregionen werden. Deshalb haben wir von Anfang an die Gebietskörperschaften beteiligt,“ formuliert Michael van Brederode ein Hauptanliegen des Förderprojektes. Im Ausschreibungsverfahren konnten sich die Gebietskörperschaften bzw. Träger entsprechender Hilfsangebote als Modellregion bewerben. Eines der Auswahlkriterien war ein träger- und sektorenübergreifendes Konzept mit der Aussicht, dieses auch im Verbund umsetzen zu können. Die einzelnen Maßnahmen sollen mit den regional zuständigen Jugendämtern auch in Hinblick auf eine nachhaltige Finanzierungsmöglichkeit über die Modellphase hinaus abgestimmt werden.

In den Rhein-Sieg-Kreis fließt pro Jahr eine Fördersumme von 35.000 Euro. Dies entspricht der Förderung einer halben Fachkraft zur Koordination und Entwicklung der Arbeit vor Ort. Der LVR-Klinikverbund begleitet die Projektteilnehmer fachlich. Ein erster Workshop mit allen Beteiligten findet am 28. Januar 2011 in Köln statt. Der LVR evaluiert zudem das Förderprogramm zusammen mit den Teilnehmern und erstellt ergänzend einen Projektatlas für das Rheinland.