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Mangel an Sonderpädagogen spaltet die junge Generation

Bonn – Nach Ansicht des BDH Bundesverband
Rehabilitation wird der Mangel an Sonderpädagogen zu einer weiteren
Spaltung des Schulwesens in Regel- und Sonderschulen führen. Nach wie
vor besuchen etwa 80 Prozent der Kinder mit Handicap eine
Sonderschule. Die Bundesvorsitzende des Sozialverbandes, Ilse Müller,
wünscht sich für das Jahr 2012 ein deutliches Zeichen der
Kultusminister zur Förderung der Inklusion:

?Erfolgreiche Inklusion beginnt erfahrungsgemäß bereits in
Kindergärten und Schulen. Hier wird der Grundstein einer
werteorientierten Gesellschaft gelegt und das Zukunftsmodell eines
offenen Miteinander am ehesten zum Erfolg gebracht Eine erfolgreiche
Bildungspolitik muss sich daran messen lassen, ob es gelingt, Menschen
mit Behinderungen in einer barrierefreien Umwelt faire Erfolgschancen  im Leben zu bieten. Im schulischen Bereich mangelt es allerdings an  sonderpädagogischen Fachlehrkräften. Dieser Missstand muss zügig über  entsprechende Lehrangebote an Hochschulen behoben werden, denn der  Inklusionsprozess wird ohne sonderpädagogisches Lehrpersonal an den  Schulen scheitern.?

Der Sozialverband fordert von Lehrkräften die Bereitschaft, sich
kontinuierlich weiterzubilden, um den Anforderungen eines inkludierten
Unterrichts gerecht zu werden. Chancengerechtigkeit ließe sich nach
Ansicht des Verbandes in erster Linie im Bildungsbereich
gewährleisten. Es dürfe niemand auf dem Weg zurückgelassen werden.

?Das Zusammenspiel aus sozialer Interaktion unter behinderten und
nicht behinderten Schülern und konventioneller Wissensvermittlung wird
in der Schule von Morgen selbstverständlich komplexer sein. Darauf
müssen vor allem die Lehrkräfte vorbereitet sein, da sie den
Löwenanteil der Ausbildung zu tragen haben. An dieser Stelle darf
nicht gespart werden. Autonome Lebensgestaltung und die freie
Entfaltung der Persönlichkeit besitzen höchste Priorität. Da müssen
ausreichend Kapazitäten an den Schulen bereitstehen?, so Ilse Müller.