Absurde Vorwürfe der BA im Fall Hannemann dürfen vom Personalrat nicht hingenommen werden

Freitag, 21. Juni 2013, 12:28
Quelle: http://qpress.de/wp-content/uploads/2013/06/Auszug-aus-den-Vorgaben-zur-Sanktionierung-1024x768.png

Quelle: http://qpress.de/wp-content/uploads/2013/06/Auszug-aus-den-Vorgaben-zur-Sanktionierung-1024×768.png

Bonn – Das Erwerbslosen Forum Deutschland fordert den Personalrat der Bundesagentur für Arbeit auf, sich hinter die Hamburger Jobcentermitarbeiterin Inge Hannemann zu stellen. Die absurden Vorwürfe des Vorstandes der BA gegenüber der kritischen Mitarbeiterin, sie gefährde tausende Mitarbeiter in den Jobcentern (1), dürfen von der Personalvertretung auf keinen Fall hingenommen werden. Gerade so eine große Behörde muss berechtigte Kritik von innen heraus ertragen. „So gibt die BA jedoch ein Bild einer nicht lernen wollenden Organisation ab und belegt Kritiker mit absurden Anschuldigungen, die dann doch nur Ausdruck der Hilflosigkeit gegenüber Kritik von innen sind, so Martin Behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forum Deutschland.

Dazu Martin Behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forum Deutschland weiter:

„Die Missstände, die Frau Hannemann anprangert beklagen wir und zahlreiche andere Organisationen seit Jahren. Der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit verhält sich scheinheilig und weiß anscheinend nicht mehr, was er so beschließt und als Weisung an die Jobcenter herausgibt. So heißt es beispielsweise in dem Vorwort der Planung und Steuerung 2013 für die gemeinsamen Einrichtungen, dass der Erfolg der Anstrengungen in den nächsten Jahren noch mehr am Abbau des Langzeitleistungsbezugs gemessen wird. Und genau das wird mit Sanktionen, Antragsverschleppungen und dem Abdrängen der Menschen in prekäre Jobs umgesetzt.

Frau Hannemann stellt für uns keine Kämpferin für Entrechtete dar, wie es die BA ihr vorwirft. Vielmehr hat sie ihre Aufgaben so wahrgenommen, wie man es selbstverständlich von jeder bürgernahen Verwaltung erwarten kann. Im Übrigen brauchen Erwerbslose auch keine Vorkämpfer. Das System Hartz IV mit seinem europaweiten Export wird durch eine kritische Mitarbeiterin, die das bedingungslose Grundeinkommen fordert, wohl kaum geändert. Die deutsche Agenda 2010 mit denen von der Bundesregierung und BA betriebenen Verharmlosungsorgien war nur ein Modellprojekt für das, was in noch dramatischerem Umfang gegenwärtig insbesondere in Südeuropa durchgesetzt wird. Diese Verelendung wird sich – auch hier – weiter verschärfen. Nach unserem Selbstverständnis können Veränderungen nur erkämpft werden und müssen eine Überwindung der Verwertungslogik des Kapitals zur Folge haben.

 

(1) http://www.arbeitsagentur.de/nn_27044/zentraler-Content/Pressemeldungen/2013/Presse-13-035.html

2 Antworten zu: Absurde Vorwürfe der BA im Fall Hannemann dürfen vom Personalrat nicht hingenommen werden

  1. super Kommentar zum Fall Inge Hannemann und BA.

    Obwohl ich keine Leistungen der AfA bzw. Jobcenter beziehe, bin ich „Opfer“ dieser Behörde, da ich arbeitslos gemeldet bin, damit diese Zeit als Wartezeit bei der Rentenvericherung angerechnet wird. (Nur wenn ich bei der AfA gemeldet bin, kann ich Bewerbungs- und Fahrkostenerstattung zu Vorstellungsgesprächen beantragen oder versuchen, eine Weiterbildung zu beantragen).

    In meinem mit Diplom abgeschlossenem Studiengang, in welchem vielseitige Kenntisse in gesellschaftlich relevanten Themenbereichen sowie in Natur-, Geistes-, Wirtschaftswissenschaften u.a. sowie in Statistik vermittelt werden, hatte ich mir die Statistik zu den Arbeitslosenzahlen, Personen in Unterbeschäftigung u.a. betrachtet.

    Arbeitsmarkt Mai 2013:
    Arbeitslose: 2.937.000
    Unterbeschäftigung: 3.898.000
    Gemeldetes Stellenangebot: 437.000
    Beschäftigung 29.087.000

    http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Arbeitsmarkt-im-Ueberblick/Arbeitsmarkt-im-Ueberblick-Nav.html bzw. http://statistik.arbeitsagentur.de/

    Für mich stellt sich die Frage, wie es möglich sein sollte,
    ca. 437 000 offene Stellen an ca. 6,8 Mio Personen (Summe aus 2,9 Mio Arbeitslosen plus ca. 3.9 Mio. Personen in Unterbechäftigung so zu besetzen, dass jeder eine Arbeit finden kann, von man ohne Transferleistungen leben und an der Gesellschaft teilhaben kann.
    Bereits rechnerisch und ohne Berücksichtigung von Ausbildung, Wohnort des Arbeitssuchenden u.a. ist dies nicht möglich,

    Diese Aufgabe, diese Fragestellung zu lösen, würde ich gerne mal an Führungsebene die BA stellen.
    Wenn es keine Arbeitsstellen gibt, dann nimmt diese Anzahl auch nicht dadurch zu, dass man Personen zwingt, eine bestimmte Anzahl von Bewerbungen pro Monat zu schreiben.

    Das Problem sind nicht die Personen, die Transferleistungen bekommen, sondern das Problem besteht doch darin, dass es zu wenig Arbeitsplätze gibt.

    Wenn ich 10 Äpfel hätte und sollte diese 10 Äpfel an 60 oder 80 Personen verteilen, geht das doch auch nur, wenn entweder nur 10 Personen etwas bekommen und die anderen leer ausgehen oder aber jeder bekommt nur 1/6 oder 1/8 Apfel.

    Man hört auch immer wieder von Fachkräftemangel, doch gäbe es diesen tatsächlich, dürfte ich als Akademiker mit zertifizierter Netzwerkadministratorausbildung (MCSE) und umfassenden Computerkenntnissen in Anwendungsprgrammen, Datenbanken (Access, SQL), SAS, Auswertung von Statistiken, Prgrammierkenntnisse in unterschiedlichen Programmiersprachen u.a. nicht arbeitslos sein.

  2. Korrektur: leider habe ich hier ein Wort vergessen und eine Klammer,aber mit einem Sehproblem kann das mal vorkommen.

    Für mich stellt sich die Frage, wie es möglich sein sollte,
    ca. 437 000 offene Stellen an ca. 6,8 Mio Personen (Summe aus 2,9 Mio Arbeitslosen plus ca. 3.9 Mio. Personen in Unterbechäftigung) so zu besetzen, dass jeder eine Arbeit finden kann, von der man ohne Transferleistungen leben und an der Gesellschaft teilhaben kann.