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„Daumen hoch für Inge Hannemann“ am 19.06. 2013 – Berliner Flashmob klein aber oho

Berlin (Erwerbslosenforum.Berlin)- Der Berliner Solidaritäts-Flashmob am 19.06.2013 vor der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit war klein aber oho – dank ‚Zulauf‘ von unerwarteter Seite.

Am 19.Juni 2013 wollten auch einige Berlinerinnen und Berliner ihre Solidarität für die von der Bundesagentur für Arbeit (BA) ‚verdroschene‘ Jobcenter-Fallmanagerin Inge Hannemann mit einem Flashmob vor der Regionaldirektion der BA in der Friedrichstraße zeigen(1). Über Facebook war zu  Flashmobs Punkt 12 Uhr quer durch’s ganze Land aufgerufen worden. Doch in Berlin war lange vor 12 Uhr schon eine andere Gruppe in großer Überzahl da: Soweit das Auge reichte harrten an diesem Mittwoch, dem 19. Juni 2013, auf der von Passanten und Touristen gern besuchten Flaniermeile im Zentrum Berlins schwarz uniformierte Polizisten der Dinge, die da ihr Eingreifen nötig machen könnten. Und als die paar Solidaritäts-Flashmobber vor der Regionaldirektion auftauchten, strömten auch die schwarz Uniformierten unverzüglich in beeindruckender Zahl herbei.

Grund dieses unerwarteten Zulaufs: der 19.Juni war auch der Tag des Obama-Besuches in Berlin! Ob also die kritischen Blicke einiger Mitarbeiter oben aus den Fenstern der Regionaldirektion dem Häufchen Solidaritäts-Bekundenden mit ihren A4-Ausdrucken „Daumen hoch für Inge Hannemann!“ galten oder eher dem imposanten Aufmarsch der Bundespolizei vor ihren heiligen Hallen, muss offen bleiben. Doch während die Mannen der Bundespolizei ihre präventive Schutzaufgabe für den hohen Staatsbesuch vorne auf der Friedrichstraße an den paar Flashmobbern dort vollzogen, begab es sich, dass auf der Rückseite der Regionaldirektion bei einem zweiten Haupteingang ein Solidaritäts-Flashmob für Inge Hannemann, wie auf Facebook vorgeschlagen, blitzschnell über die Bühne ging: Im Eingangsbereich wurde den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BA das Grundgesetz auf’s Auge gedrückt und vor dem Eingang gingen alle „Daumen hoch!“ für die von ihrem Arbeitgeber BA verunglimpfte kritische Fallmanagerin aus Hamburg.

Die kleine Schar Flashmobber waren sich, das Event vor dem Auseinandergehen noch kurz einschätzend, einig: So ein Flashmob ist eine prima Protestform, muss nur noch etwas geübt werden. Aufgrund des historischen Datums und des unerwarteten ‚Zulaufs‘ dürfte jedoch die Botschaft dem Adressaten, der Bundesagentur für Arbeit, dennoch gut haften bleiben:

– Keine Diffamierung und Ausgrenzung von Jobcenter-Angestellten, welche die eh längst erwiesenen verheerenden Auswirkungen der Hartz-Reformen auf die Betroffenen nun auch ihrerseits laut bennennen! Solidarität mit Frau Hannemannn!
– Schluss mit dem potemkinschen Zahlenfetischismus der BA – Menschen sind keine Waren!

(1)  Am 15.06.2013 titelte die Hamburger Morgenpost ihren Aritkiel zu einer Pressemitteilung der BA vom Vortag mit „Bundesagentur schlägt zurück: Dresche für Hartz-IV-Rebellin Hannemann.“ In der Tat hatte die BA mit ihrer Pressemitteilung vom 14.Juni 2013 – in ebensolchem Boulevardstil – versucht, die Fallmanagerin Hannemann und ihre Kritik an den eh längst als krankmachend erwiesenen Praktiken der Jobcenter durch schlichte Verunglimpfung auszugrenzen.
(http://www.arbeitsagentur.de/nn_27044/zentraler-Content/Pressemeldungen/2013/Presse-13-035.html)
Zahlreiche Sachkundige und Frau Hannemann selbst haben inzwischen mit ausführlichen Gegendarstellungen auf diese befremdliche Pressemitteilung aus dem Hause der Bundesagentur für Arbeit reagiert.