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Der Skandal um Grass ist ein Skandal der Medien!

Von Dieter Carstensen

Was jetzt mit Herrn Grass passiert ist, bezeichne ich als mediale „Hetzjagd“.

Eigentlich hätte ich in den Medien etwas differenzierte Kommentare zu einem so komplexen Thema erwartet. Natürlich schreit jetzt überall die Israel-Lobby auf und bezichtigt Günther Grass als „Antisemiten“. Das ist immer so, wenn irgendjemand die Politik des Staates Israel kritisiert.

Israels aggressive Politik gefährdet den Weltfrieden und das muss man sagen dürfen, finde ich. Wenn man die gemeingefährliche Politik Israels kritisiert, heisst das doch noch lange nicht, dass man etwas gegen die jüdischen Menschen hat. Da fehlt mir in der Auseinandersetzung mit den Aussagen von Günther Grass zur Zeit jede Differenzierung. Henrik M. Broder ist als Scharfmacher bekannt, alles was gegen die israelische Politik geäussert wird, heisst bei ihm „Antisemitismus“. Wenn dieser Mann Günther Grass angreift, nehme ich ihn nicht ernst. Diese Art der Argumentation finde ich primitiv.

Grass hat recht, der Staat Israel mit seiner aggressiven Politik gefährdet den Weltfrieden. Und trotzdem würde ich immer auf Seiten der jüdischen Menschen stehen, wenn ihnen jemand Böses antun wollte. Aber „Freunde“ müssen auch Kritik aushalten können, weil freundschaftliche Kritik vor Fehlern bewahren kann und die israelische Politiker- und Militärklasse macht Fehler nach Fehler. Wenn die Israelis den Iran mit Atomwaffen angreifen würden, hätten wir eine Weltkatastrophe, mit unabsehbaren Folgen! Und das muss man sagen dürfen!

Zum Glück ändert sich die Stimmung nun langsam, so waren am 5.4.12 auch im ARD Morgenmagazin kritische Stimmen zu der unsinnigen Hetzjagd gegen Günther Grass zu hören.

Das Blatt in den Medien wendet sich also, zugunsten von Günther Grass!

Mittlerweile geben auch viele Medien dem so schlimm diffamierten Günther Grass die Möglichkeit, die Dinge aus seiner Sicht richtig zu stellen. Ich habe mir z.B. am 5.4.12 im Fernsehsender 3 SAT in der Sendung „Kulturzeit“ das ausführliche Fernsehinterview mit Günther Grass zum Thema angesehen. Das Video kann man unter diesem Link ansehen:
http://www.youtube.com/watch?v=hfaYLjc79MA

Dort sah ich keinen „Antisemiten“ sondern einen nachdenklichen Mann, der sich Sorgen um den Weltfrieden macht und das der Nahe Osten ein Pulverfass ist, müsste eigentlich jedem denkenden Menschen klar sein. Das ist es was Grass ausgesprochen hat und er hat eben auch die Atommacht Israel kritisiert, die nun wirklich nichts zum Frieden im Nahen Osten beiträgt, sondern wesentlich durch ihre Politik zur Instabilität der ganzen Region bei trägt. Aber die Stimmung hat sich gegenüber Günther Grass in der Mehrzahl der Bevölkerung verändert.

Ich habe die Leserbriefe in zig Zeitungen zu Günther Grass verfolgt. Dermassen viele kritische Leserbriefe zu einem Thema habe ich selten gesehen und zu ca. 90 % stimmten sie Günther Grass zu. Mit dieser Empörung der eigenen Leserschaft hatten wohl viele Medien nicht gerechnet. Man darf gespannt sein, wie sich diejenigen der Medienmacher, welche vorschnell und einseitig Günther Grass vorverurteilten, nun aus der Affäre ziehen werden …

http://www.dieter-carstensen-waldbroel-nrw.homepage.t-online.de/