2011 – Absurdistan in voller Blüte – Satire

Mittwoch, 28. Dezember 2011, 21:08
absurdistan_R_by_Gioia-S._pixelio.de_01

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von Dieter Carstensen
Bewusst schreibe ich meine Gedanken zu 2011 bereits heute, da wir am Jahresende  mit beschönigenden „Jahresrückblicken“ überflutet werden, die dann eh keiner liest, weil alle feiern, obwohl es nichts zu feiern gibt, aber bekanntlich bringen es sowohl Frauen, als auch Männer fertig, sich auch auf Partys einander schön zu saufen, also warum sollten sich die Menschen die Republik Absurdistan zum Jahreswechsel nicht auch schön saufen? Was waren die Highlights 2011? Das Sarah den Oskar liebt, dass die Banken nahezu bankrott sind, Merkel immer noch keine neue Frisur hat, der Wulff ein neues Häuschen hat, oder dass die Miesepeter von Hartzies immer noch rummaulen?

Um das mal klar zu stellen:

Zum Jahreswechsel muss Schluss mit dem Gejammer in diesem Staate sein! Immer diese Miesmacherei. Da hat der rundliche Gabriel, der hat nicht nur einen Namen wie ein Erzengel, sondern sieht auch so aus, mit seinen Pausbacken, also ich meine den von der SPD, ganz recht, mit seiner Aussage, dass wenn der Wulff zurücktreten würde, der zweite Bundesgrüssonkel innerhalb von zwei Jahren, dass wir dann eine Staatskrise hätten!

Ja, wo kämen wir denn dann hin, wenn alle Politiker, die neben ihrem aufopferungsvollen Dienst für das VOLK, also uns, wenn sie auch mal ein wenig an sich und ihr Portemonnaie denken, alle zurücktreten würden?

Dann hätten wir demnächst keine Politiker und keine Regierung mehr und müssten, wie die armen Belgier, womöglich mal anderthalb Jahre ohne Regierung auskommen! Will das hier wirklich jemand?

Tausende und Abertausende von Satireschreibern, die Mitarbeiter von Fernsehsendungen wie der „ZDF heute Show“, „Harald Schmidt“ und „NDR extra3“ wären von einem Tag auf den anderen inmitten des Heeres der glücklichen, wohlhabenden und zufriedenen Hartzies und würden denen an ihren Stammtrinkbüdchen die besten Plätze streitig machen.

Und wer würde wirklich wollen, dass Philipp Rösler wieder als Kinderarzt auf Kinder los gelassen wird, Guidolein wieder die Berliner Schwulen Clubs heimsucht, der Brüderle weinselig mit seinem Gebabbel die Pfälzer erschreckt und die Angi ihrem Mann wieder Tiefkühlgerichte serviert?

Der Ackermann braucht diese Leute für seine Bank, zumindest die Bank in seinem Garten und unsere Wirtschaft würde ohne sie vollkommen zusammen brechen.

Der Wirt von meiner Stammwirtschaft ist der Meinung, dass sein Umsatz ohne diese Politiker um 90 Prozent einbrechen würde, da sich bei einer anderen Regierung und anderen Politikern die Menschen die Realität im Staate Absurdistan nicht mehr schön saufen müssten und deswegen sei er unbedingt dafür, diese Regierung zu behalten.

Mein Wirt denkt da sehr pragmatisch, wie mein Zeitungshändler auch. Letzterer findet die Sache mit der Sarah und dem Oskar ganz toll. Sein Anteil an verkauften bunten Frauenzeitschriften habe sich seit der Romanze deutlich erhöht, er ist so begeistert, dass er sogar überlegt, beim nächsten Mal die Linken zu wählen, weil alles was für seinen Umsatz gut sei, fände er gut, wie er meinte.

Und dann immer diese miesepetrigen Hartzies und Friedensaktivisten:

Heute traf ich zwei mir bekannte Hartzies bei ALDI:

Statt dass sie gebetet haben „Lieber Onkel Aldi, hab Dank für Speis und Trank“ laberten sie mir nen Knopf ans Ohr, dass sie kein Geld mehr hätten und neues erst am Freitag käme! Ja geht es denn noch? Den ganzen üppigen Regelsatz von 365 Euro für Weihnachten verballert? Diese undankbare Bande und dann wollen sie auch noch Telefonanschluss und Internet haben? Nein, auch sie müssen verzichten lernen, es kann einfach nicht angehen, dass unsere Banker, Aktiengesellschaften, Waffenlieferanten, Politiker und andere „Leistungsträger“ verarmen, weil diese Nichtstuer sich zu Sylvester auch mal ein Gläschen Sekt gönnen wollen.

Der Verzicht auf 7 Millionen Gläschen Sekt für unsere Sozinutzniesser bedeutete für unsere Jungs in Afghanistan immerhin ein schönes Weihnachtsfest, weil vom Tannenbäumchen bis zum Bier alles sehr, sehr teuer eingeflogen werden musste und wer verzichtet nicht gerne für die Jungs, die am Hindukusch unserer Freiheit verteidigen?

Da zu verzichten, das wäre ja schon fast wie „Vaterlandsverrat“, wie es weiland der Ex Bundestatterich Konny der Adenauer der Zeitschrift SPIEGEL im Bundestag vor warf, als diese die Rüstungsausgaben von Franz-Josef, einem echten Mannsbild, a bajuwarischem, vorhielt.

Und überhaupt:

Wer Arbeit sucht, findet welche! Weiß bei uns jeder Stammtischbruder  und die BILD weiß es auch, wie ihre aktuellen Videoclips mit zahlreichen Prominenten beweisen. BILD weiß Bescheid, BILD kennt sich aus.

Wer das alles nicht glaubt, sollte täglich mindestens einmal die BIBEL und einmal die BILD lesen.

Da steht alles drin, was der moderne Mensch in diesem Staate Absurdistan Ende 2011 an Wissen braucht.

Mit diesem gigantischen Wissen, kann man beruhigt in die Zukunft blicken:

Unsere Rente ist sicher, der Euro ist sicher, alle werden Arbeit finden, es wird keine Kriege mehr geben, alle Politiker sind ehrlich, wenn sie Christen sind, Armut gehört der Vergangenheit an, alle werden zu essen haben und glücklich sein, die Neonazis werden ganz von alleine verschwinden, weil sie sich selber in die Luft jagen, die Reichen werden den Armen geben, die Bundesangi im Jahr 2078 den „Mutter Theresa Verdienstorden“ und den „Friedensnobelpreis“ erhalten und die versammelten bundesdeutschen Hartz IV Chöre Gazprom Schröder und Peter Hartz das Ständchen bringen „Wir danken Euch“.

Was ich da ja ganz fies fand, zum Jahresrückblick 2011 fand ich von Frank Kopperschlaeger seinen Jahresrückblick, der nur aus Fotomontagen besteht, Link siehe hier:

http://kopperschlaeger.net/2011/12/der-politische-jahresruckblick-2011-in-bildern/

Also wenigstens im Dezemberfoto hätte ja noch ein Weihnachtskerzchen drauf gehört.

Aber so sind sie die Miesmacher!

Dankbarkeit und Demut sind angesagt, dann nur wer Arschkriecher ist, kann in Absurdistan noch was werden.

(Anmerkung des Verfassers: Dieser Beitrag darf auch unter einer Cc-license, von nicht von mir direkt angeschriebenen Blogs und Internetzeitungen nicht übernommen werden, ohne vorherige Genehmigung durch mich über das Kontaktformular meiner Homepage, aus urheberrechtlichen Gründen)

http://www.dieter-carstensen-waldbroel-nrw.homepage.t-online.de/598201.html