ALDI geht gegen christliche Entwicklungsorganisation vor

Freitag, 1. Oktober 2010, 14:50

Münster (pr-sozial) – Die Discounterkette ALDI will juristische Schritte gegen die Christliche Initiative Romero (CIR)einleiten. Laut der vorliegenden Presserklärung von CIR will Aldi damit eine Persiflage eines Prospekts verhindern. In dem Prospekt weist die Initiative auf Aspekte der von Aldi angebotenen Billigangebote hin. Die Kritik der entwicklungspolitischen Organisation an Aldi: Durch seine Billigpreis-Politik fördere das Unternehmen Ausbeutung in Produktionsländern im globalen Süden, etwa in Form von Hungerlöhnen. Der Prospekt wurde vor dem Hintergrund des Welttages für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober in Umlauf gebracht. Den Angaben zufolge soll die Weiterverbreitung des Prospekts durch eine einstweilige Verfügung verhindert werden.

„Wir sehen in dem Vorgehen Aldis den Versuch, jegliche Kritik am Geschäftsgebaren des Unternehmens zu ersticken“, kommentiert Thomas Krämer-Broscheit, Geschäftsführer der Christlichen Initiative Romero, den juristischen Vorstoß des Discounter-Riesen. „Wir sollen mit juristischen Scheinargumenten mundtot gemacht werden. Damit versucht ALDI zu verhindern, dass über seine für die ArbeiterInnen in den Produktionsländern desaströse Geschäftspolitikpolitik diskutiert wird und dass die unmenschlichen Konsequenzen der ALDI-Billigpreise öffentlich gemacht werden.“

Die Christliche Initiative Romero hatte schon 30.000 Exemplare der Aldi-Prospektpersiflage in den vergangenen Wochen deutschlandweit in Umlauf gebracht.

M Behrsing