Bahnblockade als Solidarität mit Stuttgart 21-Gegnern im Bonner Hauptbahnhof

Samstag, 2. Oktober 2010, 13:47

Fünf vor zwölf – Anlehnungsblockade

Bonn (pr-sozial) – Etwa 30 Aktivisten versammelten sich heute Mittag auf dem Bonner Hauptbahnhof, um Solidarität mit den Stuttgart 21-Gegnern zu zeigen. Unter dem Motto: „Fünf vor zwölf – Anlehnungsblockade“ wurde ein Zug an der Weiterfahrt gehindert. Dabei skandierten die Blockierer Parolen wie: „Mappus und Grube ihr werdet verlieren. Stuttgart 21 Stopp!“ oder „Bürgerbahn statt Aktienbahn“. Die eiligst herbei gekommenen Sicherheitskräfte der Deutschen Bundesbahn konnten – trotz körperlichen Einsatzes – die Blockade jedoch nicht verhindern. Die Aktion stieß bei zahlreichen Reisenden auf Sympathie. Spontan beteiligten sich auch Passanten an der Blockade. Nach fünf Minuten erfolgreicher Blockade konnte der Zug dann weiterfahren.

„Die Deutsche Bahn muss damit rechnen, dass in den kommenden Tagen weitere Blockaden stattfinden werden. Ein Baustopp in Stuttgart ist sofort notwendig, denn es gibt eine deutliche Mehrheit in der Bevölkerung, die den Umbau des Bahnhofs von Stuttgart nicht will“, so eine Sprecherin der Gruppe gegenüber PR-SOZIAL.

An der Aktion waren  Aktivisten der Gewerkschaft ver.di, Erwerbslosengruppen, Antikapitalistische Aktion Bonn, Bonner Jugendbewegung und Erwerbslosen Forum Deutschland beteiligt.

Martin Behrsing

5 Antworten zu: Bahnblockade als Solidarität mit Stuttgart 21-Gegnern im Bonner Hauptbahnhof

  1. So wie das in der Presse zu lesen ist, hat die Politik die grösste Schuld an dem Polizeieinsatz. Irgendwie verstehe ich die CDU nicht. Die schreien wirklich laut, wählt mich ab. Sei es bei den Atomkraftwerken oder besonders bei Stuttgart 21. Eine Regierung die gegen das Volk regiert wird bei der nächsten Wahl dafür abgewählt.

    • Zur Aufdeckung, „wes Geistes Haltung“ Leute haben, die an den Demonstrationen u.a. auch teilnehmen, folgende wahre Geschichte: Mein Sohn ist Polizeibeamter in Stuttgart. Noch lange bevor die Polizei auf Weisung gegen jugendliche Demonstranten einschritt wurde er Zeuge des folgenden Dialogs zwischen Eltern und ihren ca. 8 und 10-jährigen Kindern: „Schau mal, da ist ein Polizist“ .- „Das ist ein Bulle“. Jetzt geht ihr mal an dem „Bullen“ vorbei und du sagst ganz laut zu deiner Schwester „Bullen sind Schlachtvieh“.
      Ist das etwa verantwortungsvolle Erziehung? Ist eine solche Haltung hilfreich in der Sache? Wissen diese Eltern überhaupt, gegen was sie demonstrieren? Die Hauptsache ist wohl das „Feinderlebnis“ zu wecken und zu pflegen.

  2. Nichts gegen Proteste gegen Stuttgart 21. Auch in Bonn kann so etwas sinnvoll sein, wie man daran sieht, dass für sinnvolle Projekte Geld fehlt, das in Stuttgart verbuddelt werden soll.

    Aber Züge zu blockieren ist das falsche Mittel. Damit trifft man weniger die DB, schon gar nicht die Politik, sondern die Fahrgäste. Und die Bahnkunden haben schon genug unter diesem Unternehmen zu leiden. Nicht zuletzt in Stuttgart, wo schon in der frühesten Phase die Bauarbeiten zu vielen Verzögerungen und Fahrplanausdünnungen führten.

    Also denkt euch bitte was anderes aus. So gibt es keine Unterstützung des Protests.