Protest gegen NPD-Auftritt auf dem Bonner Friedensplatz angekündigt

Montag, 23. Juli 2012, 21:50

Bonn – Das Bündnis „Bonn stellt sich quer – Neonazis blockieren“ wird sich dem Auftritt der NPD-„Deutschlandtour“ am kommenden Mittwoch auf dem Bonner Friedensplatz entgegenstellen.

Erst jetzt wurde bekannt, dass die rechtsradikale Partei mit einem LKW, den sie ihr „Flaggschiff“ nennt, am Mittwoch um 11 Uhr auf dem Münsterplatz „einlaufen“ wollte. Inzwischen wurde der Ort kurzfristig auf den Friedensplatz verlegt. Die Parolen der NPD bei dieser Wahlkampftour reichen von „Einwanderung stoppen“ bis zum Austritt aus dem Euro. Laut NPD soll bei den Tour-Stationen in dieser Woche auch der Bundesvorsitzende Holger Apfel im Nazi-LKW mitreisen.

Verbreitet werden nach Ansicht des Bündnis-Sprechers Mani Stenner die „übliche unerträgliche Mischung aus Rassismus, Nationalismus, vulgär- populistischer D-Mark-Nostalgie und nur oberflächlich kaschierter Sympathie mit den Morden der Zwickauer Terrorzelle“. Der Koordinierungskreis von „Bonn stellt sich quer“ bekräftigt deshalb das Motto der erfolgreichen Proteste gegen den Neonazi-Aufmarsch vom 1. Mai in Bonn-Beuel und ruft zum Protest „Für ein buntes, solidarisches und friedliches Bonn! Neonazis blockieren!“

Eine Gegenkundgebung ebenfalls auf dem Friedensplatz soll für Mittwoch ab 10 Uhr angemeldet werden. „Wir rufen alle Bonnerinnen und Bonner auf, gegen die NPD Flagge zu zeigen. Und diesmal sollten die Beuelerinnen und Beueler die linke Rheinseite unterstützen“, erklärt Sprecherin Susanne Rohde aus Beuel, die die dortigen Proteste am 1. Mai mitorganisiert hatte.

Das Bündnis geht davon aus, dass Aktivistinnen und Aktivisten auch versuchen werden, die Zufahrt für NPD-Fahrzeuge auf den Friedensplatz am Mittwoch vormittag zu blockieren. „Für Neonazis und ihre Partei darf in Bonn kein ungestörter Auftritt möglich sein“, betont Ratsmitglied Jürgen Repschläger (Die Linke), der sich auch bei „Bonn stellt sich quer“ engagiert.

Die „Deutschlandtour“ der NPD ist in den letzten Tagen bereits auch bei ihren Auftritten im Ruhrgebiet massiven Protesten begegnet. Weniger als zwanzig Anhängern der Neonazis standen dort jeweils mehrere hundert Gegendemonstranten gegenüber und verhinderten durch Transparente, Trillerpfeifen und Vuvuzelas sowohl die Sicht wie auch das Hören von Naziparolen.