Blockupy Frankfurt geht weiter

Mittwoch, 29. August 2012, 11:47

Polizeikessel am Frankfurter Hauptbahnhof, Foto: Martin Behrsing

Öffentliche Diskussionsveranstaltung und Vorbereitung für Aktionstage in 2013

Blockupy Frankfurt geht weiter. In einem Großzelt in der Frankfurter Innenstadt will das Bündnis am Samstag, 20. Oktober, einen Teil der inhaltlichen Diskussionen nachholen, die während der Aktionstage im Mai wegen des städtischen Totalverbots ausfallen mussten. Am folgenden Sonntag, 21. Oktober, wollen die Aktivistinnen und Aktivisten erste Ideen für erneute Blockupy-Aktionstage im kommenden Jahr austauschen.

„Die Teilnehmenden der Aktionstage im Mai haben mit Mut und Verantwortungsbewusstsein das Demonstrationsrecht verteidigt. Sie haben trotz der beispiellosen Verbotsorgie die Kritik an der europäischen Krisenpolitik – insbesondere der deutschen Regierung – am Sitz der Europäischen Zentralbank laut und deutlich vorgetragen“, sagte Werner Rätz von Blockupy Frankfurt. Dennoch hätten das grundrechtswidrige Versammlungsverbot und das martialische Auftreten der Polizei dazu geführt, dass ein großer Teil des inhaltlichen Programms nicht stattfinden oder von den Bürgerinnen und Bürgern kaum wahrgenommen werden konnte.

Blockupy-Sprecher Martin Behrsing: „Wir sind sicher, dass die Menschen in Frankfurt und Umgebung wissen wollen, wofür Blockupy steht und welche Inhalte wir diskutieren. Das holen wir jetzt nach.“ Mit der ganztägigen Veranstaltung am 20. Oktober wird das Bündnis den Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit geben, sich über die gegenwärtige Krisenpolitik und ihre Folgen zu informieren und Alternativen zum europaweiten Spardiktat zu diskutieren. Der genaue Ort und ein detailliertes Programm stehen noch nicht fest.

Zehntausende Menschen aus ganz Europa beteiligten sich vom 16. bis 19.
Mai an den Aktionstagen in Frankfurt, zu denen das Blockupy-Bündnis unter dem Motto „Widerstand gegen das Spardiktat von Troika und Regierung – Für internationale Solidarität und Demokratisierung aller Lebensbereiche“ aufgerufen hatte. Trotz des umfassenden Versammlungsverbots der Stadt besetzten Demonstranten den Paulsplatz und Römerberg, immer wieder kam es in der Stadt zu spontanen Kundgebungen und Blockaden. Bei der – gerichtlich genehmigten – Abschluss-Demonstration gingen 30.000 Menschen auf die Straße. Von dem Blockupy-Totalverbot betroffen waren auch mehr als 70 politische und künstlerische Veranstaltungen: Podiumsdiskussionen, Workshops, Lesungen, Ausstellungen und Konzerte.

Das Blockupy-Bündnis wird getragen von Aktivistinnen und Aktivisten verschiedener linker Gruppen und Organisationen, darunter die Interventionistische Linke, Attac, Occupy Frankfurt und das Erwerbslosen-Forum Deutschland.