Noch einmal: Nein zum BOGIDA-Spaziergang und wieder keinen Platz für Rassisten in unserer Stadt am 22.12.2014

Dienstag, 16. Dezember 2014, 23:28
Bogida völlig blockiert. Kommen nicht mehr weg. Gut so!

Bogida völlig blockiert. Kommen nicht mehr weg. Gut so!

Bonn stellt sich quer

Bonn – Wenn Nazis, wenn Rassisten in unsere Stadt kommen und mit ihren Hassparolen das offene bunte und friedliche Zusammenleben der Zivilgesellschaft stören möchten, stellen wir uns quer. Am 15. Dezember 2014 konnte der sogenannte Abendspaziergang von Rassisten unter dem Motto „Bonner gegen die Islamisierung des Abendlandes“ nicht stattfinden, weil unsere Protestaktion groß und stark war. Am 22. Dezember will BOGIDA einen zweiten Versuch starten. Doch auch dann zeigen wir ebenso deutlich wie am 15. Dezember und am 1. Mai 2012 und an all den anderen Tagen: Nazis und Rassisten sind unerwünscht!

Ganz gleich, in welchem Gewand sie daher kommen, als offene Nazis, als „Pro“-vokateure einer vorgeblichen Bürgerbewegung, als Schläger unter der Bezeichnung Hooligans oder seit Neuestem als „Volk“ gegen die Islamisierung des Abendlandes, wahlweise PE (Patriotische Europäer) oder DÜ (Düsseldorf) oder eben BO als angebliche „Retter“ des Abendlandes – es geht immer um Dasselbe: Hass schüren und Hetzen, Rassismus.

 

Die berechtigte Furcht vor Terroristen und Gewalttätern, die sich gegen den Willen der meisten Menschen muslimischen Glaubens selbst zu Vorkämpfern eines angeblichen Islam erklärt haben, wird vermengt mit Ärger und Unzufriedenheit über alles Mögliche, was schief liegt in den Städten, Land, Bund oder EU, von der prekären Situation vieler Rentner und vor allem Rentnerinnen und der Wohnungsnot bis zu Fehlleistungen der Politiker, „die das eigene Volk belügen und verraten“ („Volksverräter“ – die gefährlichen Parolen gab es schon mal!) Aus diesem Gemisch wird das selbsternannte geplagte „Volk“. Dies ist ein neuer Versuch der rechten populistischen Szene, bei den vielen Unzufriedenen Fuß zu fassen und sie an sich zu binden, was leider z. B. in Dresden bereits ganz gut gelang. Von Woche zu Woche wird deutlicher, dass auch bekannte Nazis mitmischen, in Bonn ist das nachweisbar in der Person der Anmelderin, Melanie Dittmer, mit ihren engen Verbindungen zu Nazi- und rechtsextremen Gruppierungen und Personen in der Vergangenheit und Gegenwart.

Um ein anderes Erscheinungsbild als bisher bekannte Rassisten abzugeben, ruft die Pegida-Bewegung nicht zu Demonstrationen auf, sondern zum „friedlichen Abendspaziergang“ geschmückt mit Martinslaternen. Doch die Parolen „gegen Salafisten in Bonn, gegen die Islamisierung des Abendlandes und gegen eine völlig fehlgeleitete Flüchtlingspolitik und Ausländerpolitik in Deutschland,“ „für eine stringente Abschiebepolitik, für die Freiheit des Volkes“ stehen unverhohlen für Hass und Rassismus.

Hier wird einmal mehr die Ablehnung aller Muslime und aller Flüchtlinge gefördert und dies mit der Idee verbunden, durch sie würden Freiheit und Wohlergehen eingeschränkt. Einmal mehr wird auch versucht, Gruppen Benachteiligter gegeneinander auszuspielen. Wir haben hier in Bonn eine andere Tradition: Wir begrüßen und unterstützen Geflüchtete, die nach ihren langen und leidvollen Fluchtwegen in unsere internationale Stadt kommen, und kritisieren scharf Abschiebungen wie vor wenigen Tagen aus dem Paulusheim. Wir wollen mit den Geflüchteten ebenso ein friedliches, respektvolles Zusammenleben wie mit allen anderen Menschen in unserer Stadt, gleich welcher Herkunft, Hautfarbe, Religion, Kultur, Sprache, sexueller Orientierung oder sonstiger Unterschiede zum eigenen Selbst. Wir wollen nicht zulassen, dass Benachteiligte sich gegen Flüchtlinge ausspielen lassen, denn diese nehmen ihnen nichts weg, sie sind nicht die Verantwortlichen für ihre prekäre Situation.

Liebe Bonnerinnen und Bonn, bitte folgt dem Aufruf der BOGIDA auch am 22. Dezember und in der Zukunft nicht und zeigt deutlich: Auch mit Abendspaziergängen und Martinslaternen und Transparenten „Wir sind das Volk“ – sie sind es nicht! Sie sind wie alle Rassisten gefährlich für die Bevölkerung in Stadt und Land, zuallererst für Zugewanderte und Flüchtlinge. Deshalb stellt Bonn sich quer!

Bonn stellt sich quer ruft auf: Kommt am Montag, 22. 12. um 18:00

Uhr auf den Kaiserplatz! Wir wollen den Rassisten wieder entschlossen entgegentreten!