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Bogida auf dem Bonner Marktplatz wird eine reine Neo-Nazi-Veranstaltung

Tausende zu Gegendemonstration mobilisiert – Bonn stellt ich quer kritisiert Sonderzone in Teilen der Innenstadt

Bonn – Das Bündnis „Bonn stellt sich quer“ befürchtet, dass der von Pro-NRW initiierte Bonner Ableger von „Pegida“ eine reine Neo-Naziveranstaltung wird. Darauf deuten die Äußerungen des Vorstandsmitgliedes von Pro-NRW und Bogida-Anmelderin Melanie Dittmer gegenüber dem Kölner „EXPRESS“ hin, wonach aus dem Saarland und Ludwigshafen Teilnehmer mit Sonderbussen nach Bonn gebracht werden. Auch könne von keiner friedlichen Veranstaltung von Seiten von „Bogida“ ausgegangen werden, wenn ausgerechnet zwei Tage vor Weihnachten der Bonner Marktplatz mit seinem Mahnmal zur Nazi-Bücherverbrennung für Rassismus und Hetze gegen anders Denkende missbraucht wird. Deshalb hat das Bündnis „Bonn stellt sich quer – Neonazis blockieren“ die Mobilisierung noch einmal verstärkt und erwartet tausende Gegendemonstranten, die sich den Neo-Nazis und Rassisten quer stellen werden.

„Bereits vergangene Woche konnten wir erleben, mit welch üblem Vokabular Bogida ihre Hasstriaden gegenüber Migrant*innen und anders Denkenden losließen. Menschen, die dann auch noch Beifall klatschten, wenn beispielsweise der Schriftsteller Akif Pirinçci die Gegendemonstranten als Antifa-Wichser bezeichnete oder von feigen Ratten redete, müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, Faschismus und Rassismus Tür und Tor zu öffnen. Das hat mit einer
friedlichen Veranstaltung nichts mehr zu tun, sondern bereitet eine brandgefährliche Entwicklung vor, die im Niederbrennen von Flüchtlingsheimen und der Ermordung von Menschen enden kann. Hier werden Erinnerungen an den Beginn der 90er Jahre wach, wo monatelange rassistische Hetze zu dem mehrtägigen Pogrom in Rostock-Lichtenagen führte.

Einer solchen Veranstaltung können und werden wir nicht tatenlos zusehen. Deshalb sind wir froh, dass ein breites Bündnis aus Bonnerinnen und Bonnern und Menschen aus dem Umland sich mit uns gegen diese Rassisten stellt, so Martin Behrsing, Anmelder der Gegendemo und Mitglied im Ko-Kreis von „Bonn stellt sich quer“.

Als „unfassbar“, bezeichnet Jürgen Repschläger vom Ko-Kreis die polizeiliche Totalsperrung von Teilen der Innenstadt. „Hier wird nach Hamburger Vorbild eine Sonder-Gefahrenzone eingerichtet, die einer rassistischen Demonstration einen störungsfreien Ablauf gewährleisten soll“ so Repschläger.

„Wir solidarisieren uns mit den betroffenen Anwohner*innen und Geschäftsleuten, die erhebliche Einschränkungen und Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Die Verantwortung hierfür haben die Bogida-Leute und die Gesetze, die auch nach der Erfahrung des deutschen Nationalsozialismus, solche rassistischen Demonstrationen zulassen“, so Repschläger.

 

Montag, 22.12.2014

18.00 Uhr

Marktplatz, Bonn vor dem Rathaus.