Kinderarmut: Weniger Essen durch Hartz IV

Montag, 2. Juli 2007, 22:12

Am 10.Juli um 19:30 Uhr findet Frankfurt/Main im Stadteiltreff Rödelheim, Burgfriedenstr. 5, eine Veranstaltung vom Rhein-Main Bündnis gegen Sozialabbau und Niedriglöhne (RMB) zum Thema „Kinderarmut: Weniger Essen durch Hartz IV“ statt. Es spricht Prof. Rainer Roth von der Fachhochschule Frankfurt, Fachbereich Sozialarbeit.

Prof. Rainer Roth hält einen Vortrag über die Senkung der Kinderregelsätze bei Arbeitslosengeld-2-Empfängern. Der Kinderregelsatz wurde gegenüber der Sozialhilfe deutlich gekürzt, außerdem wurden die meisten einmaligen Beihilfen ohne Ersatz abgeschafft. Das RMB startete die Kampagne:“ Ein Hartz für Kinder“, um ganz konkret auf die schwierige Situation von Kindern in Ganztagsschulen aufmerksam zu machen.

Das RMB stellte eine Anfrage an die Oberbürgermeisterin Frau Petra Roth wie Kinder deren Familien ALG 2 erhalten das Schulessen an Ganztagsschulen in Frankfurt bezahlen sollen. Für ein Mittagessen steht einem Kind nach Hartz 4 ein Betrag von 0.89 € (inkl. Getränke) zur Verfügung. Der „Wunsch des Bildungsdezernats ist, dass mindestens zwei der angebotenen Menüs nicht mehr als drei € kosten.“ (FR 16.02.2007) Uns stellt sich die Frage, wie diese Kinder mit ihrem Geld am Schulessen teilnehmen sollen. Die Oberbürgermeisterin Fr. Petra Roth antwortete darauf in einem Schreiben vom 11. April 2007:“Als von den Bürgerinnen und Bürgern gewählte Oberbürgermeisterin versichere ich ihnen, dass in Frankfurt am Main kein Kind wegen des geringen Einkommens seiner Eltern von dem in Schulen angebotenen Mittagessen ausgeschlossen wird.“ Bis jetzt hat sich nichts bewegt! Das bedeutet, dass die Kinder entweder nicht am Schulessen teilnehmen können oder andere Bedürfnisse des täglichen Lebens nicht mehr abdecken können. Im Regelsatz für Hartz 4 sind alle Ausgaben des täglichen Lebens genau festgelegt. Gibt ein Kind einen höheren Betrag für Essen aus, fehlt dieses Geld an anderer Stelle (Kleidung, Fahrtkosten, Sportverein, etc.)

Wir fordern die Oberbürgermeisterin und den Magistrat auf, diesen Zustand kurzfristig bis zum Beginn des nächsten Schuljahrs (20.08.2007) zu beheben.“ Langfristig ist der Bund gefordert die Kinderregelsätze von Hartz 4 soweit anzuheben, dass eine gute und gesunde Ernährung und eine gute Ausbildung (Schulbedarf: Ranzen, Schulhefte, Klassenkasse, etc.) auch für Kinder armer Eltern möglich ist.

 

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