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Globalisierung produziert Hungersnöte

 Die Lebensmittelpreise explodieren. Ein Drittel der Weltbevölkerung ist akut von Hunger bedroht. Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, erwartet „Aufstände der Verzweiflung“ von Menschen, die ihre Nahrung nicht mehr erwerben können. Währenddessen werden auf immer mehr landwirtschaftlichen Anbauflächen Pflanzen für Biosprit angebaut und das Finanzkapital spekuliert nicht mehr mit Immobilien sondern mit Nahrungsmitteln.

Der SPD-Politiker aus dem sächsischen Rosswein, Rudolf Homann, macht die Politik der führenden Industriestaaten für die drohende Hungerkatastrophe mit verantwortlich. Er zitiert Jean Ziegler mit den Worten: „Einer der Gründe zum Beispiel ist die absolut mörderische neoliberale Politik der Weltwährungsunion und der Weltbank, die weitgehend die Wirtschaftsbeziehungen Nord-Süd beherrschen.“ Die Versprechungen von Heiligendamm, dass sich 2015 die Zahl der Hungernden halbiert werden sollte, hätten sich sehr schnell als pure Propaganda aus dem Reich der Phantasie erwiesen. Solange die EU und Nordamerika nicht darauf verzichteten, ihren Getreideanbau zu subventionieren und den ärmsten Ländern nicht ihre Schulden erließen, sei keine Besserung in Sicht. Homann: „Für die Entwicklungsländer ist es eine ewige Spirale nach unten. Sie sind gezwungen, um ihre Zinsen bedienen zu können, so genannte Kolonialprodukte für den Export anzubauen wie Kakao, Zuckerrohr oder Kaffee. Nur davon wird ihre Bevölkerung nicht satt.“ Das alles sei eine direkte Folge der Strukturanpassungsprogramme des Weltwährungsfonds. Ziegler nenne dies eine verbrecherische Politik.

Jetzt sei als Sofortmaßnahme ein Stopp der Produktion von Bioethanol und Biodiesel notwendig. Es könne nicht angehen, dass Millionen Tonnen von Reis, Soja, Mais und Getreide in Automotoren verbrannt werden, während gleichzeitig Menschen verhungerten. „Mit diesem Menschen verachtenden Zynismus muss sofort Schluss sein.“

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