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Baustelle Europa

Brennpunkt Naher Osten: Zwischen Krieg und Hoffnung
Ilan Mor, Gesandter, israelische Botschaft, Berlin; Dr. André Brie, MdEP, Fraktion GUE/NGL im Gespräch mit Bärbel Romanowski, Moderatorin
Israelis und Palästinenser müssen sich auf die richtige Tonart einigen“, sagt Daniel Barenboim, der 1999 das „East – Western Divan Orchestra“ gründete, in dem israelische und arabische Musiker gemeinsam spielen. Aus seiner Sicht ähnelt ein politischer Prozess den Vorgängen in der Musik. In beiden Fällen werde eine eigene Dynamik in Gang gesetzt. Als Modell für die Lösung des Nahost-Konfliktes könnten seiner Meinung nach die zweistimmigen Inventionen von Johann Sebastian Bach fungieren: In dieser Komposition werde jede Stimme durch die andere gesteigert und besser zur Geltung gebracht.

 So außergewöhnlich dieser Zugang sein mag, so symbolisch ist er. Die Bilder des Schreckens aus dieser Region überschlagen sich. Hart erkämpfte Teilerfolge bleiben brüchig; es herrschen Bürgerkrieg und Bruderkrieg. Die Menschen sind zermürbt, und Hoffnungslosigkeit ist an der Tagesordnung. Ob der Sondergesandte des Nahost-Quartetts (USA, EU, UN und Russland) Tony Blair die angekündigten vertrauensbildenden Schritte umsetzen kann, bleibt abzuwarten. Der Erwartungsdruck im Hinblick auf Fortschritte beim wirtschaftlichen und politischen Aufbau in den Palästinensergebieten ist hoch.
Die Erwartungen an die Resultate einer Nahostkonferenz sind vielfach eher gering. Ob es eine Zweistaatenlösung – Israel und einen palästinensischen Staat – geben wird oder ob sich eine Dreistaatenlösung durchsetzt, bleibt vorerst offen. Führende EU-Politiker/innen halten die Zweistaatenlösung für den einzig denkbaren Weg, denn das ließe keinen Freiraum für Interpretationen über das Existenzrecht Israels.

Das sind die zentralen Fragen: Was bedeuten die jüdischen Siedlungen für die Lage? Wie ist der Status von Jerusalem? Wie kann das Flüchtlingsproblem gelöst werden? Wie könnten die Grenzen eines souveränen palästinensischen Staates verlaufen? Für eine anhaltende Lösung des Konflikts müssen alle relevanten Kräfte an einen Tisch. Welche Rolle kann und soll Europa in diesem Prozess spielen? Wie trägt die Zivilgesellschaft dazu bei, ein Klima von Verständigung zu fördern?

Termin:
11.12.08 19:00
Ort:
Europahaus, Unter den Linden 78, 10117 Berlin
Kontakt:
Dr. Jochen Weichold, Tel:030 44310 121, Fax:030 44310 222
Eine Veranstaltrung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Kooperation mit der Delegation der Linken in der Konföderalen Fraktion der Vereinten Europäischen Linken / Nordische Grüne Linke (GUE/NGL) im Europäischen Parlament