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97. Bayreuther Festspiele: Wiederaufnahme von «Tristan und Isolde»

Bayreuth – Zehn Jahre betrug die Wartezeit für eine Karte, um die Wiederaufnahme von Richard Wagners Oper «Tristan und Isolde» in der Regie von Christoph Marthaler bei den 97. Bayreuther Festspielen am Samstag zu sehen. Es ist nach der Premiere 2005 das zweite Aufführungsjahr für Wagners großes Liebesdrama «Tristan». Die Sänger wurden für ihre gesanglichen Kunst mit frenetischen Beifall bedacht.

Irene Theorin als Isolde begeisterte trotz gesundheitlicher Probleme das Publikum. Peter Schneider auch in diesem Jahr am Dirigentenpult. In der Hauptrolle war Dean Smith zu erleben. Der 52-jährige amerikanische Tenor hatte seine Karriere zuerst als lyrischer Bariton begonnen, wechselte dann aber ins Tenorfach. Die in den vorherigen Aufführungen stürmisch umjubelte Nina Stemme als Isolde war in diesem Jahr nicht mit von der Partie. Die Rolle wurde von der schwedischen Sopranistin Theorin besetzt, die für ihre hochdramatische Wagnerstimmean vielen Opernhäusern bekannt ist. Leider litt sie am Samstag jedoch an großer Textunverständlichkeit. In der Rolle des König Marke glänzte Robert Holl, der mit jedem Wort zu verstehen war. Das galt allerdings wiederum nicht für Michelle Breedt als Brangäne.

Regisseur Stefan Herheim erzählt Parsifal indivualpsychologisch: Als Traum vom kleinen Kind, das Ritter spielt und große Probleme mit seinen Eltern hat. Politisch: Als Erlösergeschichte vom Nazitum , die im Bundestag in Bonn endet. Soziologisch: Wie sehr die Massen nach einem Führer gieren.