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Raus aus Afghanistan?

Kommentar von: Frank Kündiger

Zur Zeit wird viel über den internationalen Einsatz verschiedener Truppen der „Weltgemeinschaft“ diskutiert. Darunter befinden sich auch deutsche Truppen.

Man will „gegen den internationalen Terrorismus“ kämpfen, „für die Sicherheit Deutschlands“ dort eintreten und welche „Argumente“ noch erzählt werden.

Zuerst einmal über den Einsatz deutscher Truppen dort.

Angefangen hat das „mit einmischen“ deutscher Truppen in der „Kohl/Kinkel“ Regierung (also Schwarz-Gelb), mit dem Einsatz deutscher Soldaten in AWACS-Flugzeugen über Ex-Jugoslawien. Dann war es Frau Merkel, jetzt „beliebteste CDU-Bundeskanzlerin“, die beim zweiten Irak-Krieg zum damaligen US-Präsidenten Bush flog und sagte, dass „bei einer CDU/CSU geführten Regierung auch deutsche Truppen dabei wären“. Ex-Kanzler Schröder und die rot-grüne Regierung hatten es abgelehnt, worauf Rot-Grün auch durch diese Entscheidung eine zweite Amtszeit gewann.

Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes in der Kohl Ära dürfen deutsche Truppen nur entsendet werden, wenn die Mehrheit des deutschen Bundestages dem zustimmt.

Laut Grundgesetz soll der Bundestag durch die „Vertreter des Volkes“, also die Abgeordneten „im Namen des Bürgerinnen und Bürger“ entscheiden.

Da aber laut Umfragen immer mehr Bürger gegen diesen Einsatz deutscher Truppen sind und die „Vertreter der Bürger“ aber dennoch darauf beharren, deutsche Truppen dort stationiert zu lassen, sehen gerade die Abgeordneten aber keinen Interessenkonflikt.

Es gibt aber noch mehr Gründe, die diesen „Krieg“ als nutzlos dastehen lassen.

In der Geschichte Afghanistans wurde das Land schon mehrfach besetzt.
Von den Persern (522 v. Chr.–486 v. Chr.), Alexander dem Großen (329-326 v. Chr)) über die Griechen (323 v. Chr.), einem erneuten Versuch der Perser (550 n. Chr.) usw., bis zu den Briten (1839-1842,  1878, 1921) und den ehem. Sowjetischen Truppen  (1988-89) und alle mussten schwere Verluste hinnehmen und sich dann aus dem Land zurückziehen. Erreicht haben sie alle nichts.

Das Gelände Afghanistans ist sehr Bergig, bietet viel Schutz in Spalten und Höhlen und so kann man auch durch modernste Technologie  nicht viel erreichen. Das unterstützt auch die sog. „Schlag zu und hau ab“ Taktik, man verübt Anschläge und versteckt sich dort, wo man nur schwer gefunden werden kann.

Auch die Aussage, das man „dort die Region befrieden will und auch mögliche Unterschlupfe der Al Kaida aufspüren will“ sind unrealistisch.

Taliban wie auch Al Kaida haben weltweite Netzwerke und ihre Kämpfer sind auch weltweit verstreut, auch in den Ländern, die sich an dieser „Friedensmission“ beteiligen. Würde man wirklich nur „die Region“ befrieden wollen, müssten alle Berge, Hügel und die Regionen, die auch nur einen kleinen Unterschlupf bieten können, eingeebnet werden. Selbst das hätte aber aller Wahrscheinlichkeit kaum Erfolg, da sich die „Terroristen“ noch weiter zurückziehen würden, evtl. in den Himalaya oder in die angrenzenden Staaten, die müssten dann auch besetzt werden, „um den Kampf gegen den Terrorismus weiter zu führen“ und das dann mit jedem Land der Erde, in der diese Gruppen vermutet werden.

Über die wirklichen Gründe, warum dort weiter gekämpft/befriedet wird, kann man nur Spekulieren. Ist es die Waffenlobby, der der Ex-Präsident Bush nahe stand, sind es irgendwelche Rohstoffe, eine „Zwangs-Christianisierung“ oder ist es die strategisch wichtige Lage des Landes? Das wird vielleicht irgendwann einmal zum Vorschein kommen.

Klar sollte es aber jedem sein, dieser Krieg ist ohne Sinn, besonders wenn man die Geschichte betrachtet. Eine politische Lösung sollte wieder in den Vordergrund gestellt werden, evtl. dann auch ein Embargo, falls es wirklich zu keiner Lösung kommen sollte, aber Militärtruppen haben und werden in diesem Land kaum etwas erreichen und schon gar nicht, wenn Wehrdienstleitende dort sterben müssen.

Die Antwort auf die Eingangsfrage überlasse ich Ihnen.

Raus aus Afghanistan?