Die Ehrlichkeit

Dienstag, 10. Juli 2007, 17:51

Damit jeder sofort weiß wie ehrlich er ist, hat der Gelsenkirchener SPD Bundestagsabgeordnete seine Nebeneinkünfte veröffentlicht.Wie das geht und was er verdient steht im Haupttext und ist ein Lehrstück für die Ehrlichkeit unserer PolitikerInnen.

Das Märchen von der Transparenz, oder wie der Abgeordnete Poß Ehrlichkeit erklärt.

Es war einmal ein Deutschland, in dem Frauen und Männer die von den braven Bürgerinnen und Bürger dafür in geheimer demokratischer Wahl gewählt wurden, im schönen Berlin im Bundestag saßen und saßen und saßen. Dort bekamen sie dann für das sitzen viel Geld und ließen es sich auch sonst gut gehen. Weil nun aber auch in Deutschland ohne Bakschisch nichts geht, sagten die Bosse der Wirtschaft zu sich selber und zu ihren Vasallen, lasst uns also diese VolksvertreterInnen kaufen. Gesagt getan und so gingen die Offerten an unsere braven VolksvertretInnen raus. Gesucht wurden in Nebenbeschäftigung alles und jeder und wenn möglich, ohne jeden Sachverstand , Hauptsache die Personen sitzen im Bundes oder Landtag. So kam es, das zum Beispiel ein Mensch im Bundestag der, mit dem IQ einer tibetanischen Bergziege, im Nebenberuf als Administrator bei einem der größten Energieunternehmen geführt wird und dafür monatlich 5.250 Euro auf seinem Konto findet. Das so sagte dann am 05.07.2007 das wunderbare Verfassungsgericht in Karlsruhe geht nicht mehr unter dem Mantel der Verschwiegenheit. Dass muss nun öffentlich gemacht werden. Einer der ersten der dies begriff, war der fast schon immer im Bundestag sitzende und nicht mehr rauszubekommende Genosse Poß von der SPD: Der schrieb allen die es lesen wollten das er schon immer und ewig ehrlich war und seine Nebeneinkünfte unter der magischen 3 veröffentlicht hat. Die Sparte drei weist noch eine Ehrlichkeitsklausel auf. Wer unter der 3 veröffentlicht, sagt ehrlich das er mehr als 7000 Euro Nebeneinkünfte angibt. Er sagt aber nicht ob es 7007, 77000 oder 777 000 Euro sind. Also fragen Hänsel und Gretel den guten Onkel Poß, wie hoch sind denn deine gesamten Nebeneinkünfte. Daraufhin lachte Onkel Poß herzlich und sang ganz leise den schönen alten Gassenhauer aus Gelsenkirchen Buer. Ich bin klein, mein Geld ist mein, und in den Tresor kommt sowieso niemand hinein.

Ach wie gut das niemand weiß, das ich doch nicht Ehrlich heiß.

In diesem Zusammenhang ist es aber auch interessant welche Nebeneinkünfte unsere im Rat der Stadt vertretenen BürgerInnen entweder veröffentlichen oder verschweigen. Ich hoffe doch das der Richterspruch der 8 Weisen aus Karlsruhe auch für diese Klientel gilt und wir bald erfahren was z. B der Fraktionschef der SPD Klaus Haertel so in seinen zahlreichen Nebenbei Posten verdient. Die BürgerInnen in Gelsenkirchen haben einen Anspruch darauf das auch hier die Märchenerzählerei aufhört.


Karl-Heinz Grimm von Grimms Märchen, der weder Einkünfte noch Ehrlichkeiten präsentieren muss.

Karl-Heinz Strohmeier, Gelsenkirchen