Zweifel am Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI)

Montag, 17. März 2008, 08:22

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat sich selbst zum Spenden-TÜV erhoben. Das klingt nach wirksamer Kontrolle, ist aber tatsächlich ein Etikettenschwindel.

Medien, Bürger und Institutionen machen es sich mit dem Spendensiegel des DZI zu leicht. Es gilt ihnen als Gütesiegel, das ihnen das Nachfragen erspart.
„Das DZI wird dem Anspruch, eine wirkungsvolle Kontrollinstanz zu sein nicht gerecht“, urteilt Dr. Reinhard Mayer, Aufsichtsrat der Deutschen Lebensbrücke e.V. mit Sitz in München.

Das DZI vergibt das "Spendensiegel: Geprüft und empfohlen". Tatsächlich können die Mitarbeiter des DZI die Bilanzen und Tätigkeitsberichte nur lesen, aber nicht prüfen. Dafür fehlt dem DZI nämlich sowohl das Personal als auch die rechtliche Handhabe. Es muss sich auf die Unterlagen verlassen, die ihnen die Organisationen zuschicken.

Wegen der hohen öffentlichen Beachtung des DZI, ist auch die Deutsche Lebensbrücke dort gemeldet und schickt jährlich ihre Unterlagen ein. Aber auf das Siegel hat sie aus Prinzip verzichtet. Denn wer es tragen will, muss zahlen. Bis zu 10.000 Euro im Jahr, von Spendengeldern. Die Deutsche Lebensbrücke will keine Institution mit ihren knappen Mitteln unterstützen, die schon Steuergelder erhält und darüber hinaus weniger wirksam kontrolliert als sie vorgibt.

Träger der Stiftung "Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen" sind der "Senat von Berlin", das "Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend", der "Deutscher Industrie- und Handelskammertag", der "Deutsche Städtetag" und die "Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V.", das DZI wird also von Steuergelder finanziert. Dazu sagt Dr. Reinhard Mayer, Aufsichtsrat der Deutschen Lebensbrücke e.V.: „Hier werden Steuergelder verschleudert und den Leuten etwas vorgemacht.“

Das DZI erklärt, dass es schwarze Schafe enttarnen wolle, hat aber keine Möglichkeiten, falschen Angaben auf die Schliche zu kommen. So mussten sie auch auf die Unstimmigkeiten bei der UNICEF durch andere Prüfinstanzen aufmerksam gemacht werden.

Die einzige Institution, die wirklich prüfen kann, ob ein gemeinnütziger Verein verantwortlich mit den Spendengeldern umgeht, ist das Finanzamt. Denn die Finanzbeamten haben das Recht und die Kompetenz, die Geschäftsunterlagen wirksam zu kontrollieren.

Ein unabhängiges Institut, das Licht in den Dschungel der vielen wohltätigen Organisationen bringt, wäre wünschenswert, existiert aber nicht.

Die Deutsche Lebensbrücke hat sich zur Mitgliedschaft im Deutschen Spendenrat entschlossen. Denn ganz ohne Gütesiegel hat ein gemeinnütziger Verein keine Chance auf Aufmerksamkeit, weder von Journalisten noch von Spendern.

Der Deutsche Spendenrat ist ein unabhängiger Verein, der sich durch Mitgliedbeiträge finanziert. Er setzt sich politisch für bessere Rahmenbedingungen der Spendenorganisationen ein. Auch der Spendenrat hinterfragt die Geschäfte der Spendenorganisationen, liest die Bilanzen. Aber er gibt nicht vor, eine quasi staatliche Kontrolle durchzuführen. Seine Arbeit basiert auf der ethischen Selbstverpflichtung der beteiligten Organisationen.

Deutsche Lebensbrücke e.V.
Vorstand: Petra Windisch
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Die Deutsche Lebensbrücke wurde 1989 von engagierten Menschen mit dem Ziel gegründet, armen, schutzlosen und von Krankheiten heimgesuchten Menschen in Not zu helfen. So begleiten wir zum Beispiel Straßenkindern in St. Petersburg und unterstützen die Kinderkrebsstation im St. Petersburger Krankenhaus Nr. 1.

Mit dem Projekt "KidAiD – gegen Kinderarmut in Deutschland" versucht die Deutsche Lebensbrücke die Lebensverhältnisse von Kindern in Deutschland zu verbessern.
Die Projekte werden ausschließlich durch Spenden finanziert.
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Die Deutsche Lebensbrücke ist Mitglied im Deutschen Spendenrat.