Freche Frauen an die Front!

Montag, 2. März 2009, 18:06

Votum für externe Besetzung der Gleichstellungsstelle

Am 21. Februar endete die Bewerbungsfrist für die von der Stadt Würzburg am 7. Februar ausgeschriebene Stelle in Gender Mainstreaming und Diversity Management. Auf gut deutsch: Gesucht wird eine treibende Kraft für die städtische Gleichstellungsstelle. In letzter Minute hat sich die Philosophin und Autorin Heike Pauline Grauf, Mitglied im ortsansässigen ver.di-Bezirkserwerbslosenausschuß,  auf diese Ausschreibung beworben. Sie hatte die Zeitung mit der Anzeige im Müll gefunden. Aufgrund einer seit September 2008 laufenden Mobbingkampagne gegen ihre Person weiß Grauf besser denn je, was Diskrimierung in der Praxis bedeutet.

Der derzeitigen Frauenbeauftragten Petra Vossebein dürfte sicherlich mehr als nur der Unterkiefer herunterfallen, wenn ihr die Bewerbung Graufs auf den Tisch kommt, die schon nach drei Tagen per „bewerbungsinternem high intensity Qualitätsmanagement“ in evaluierter Fassung erneut bei der Stadt Würzburg eintrudelte.
Grauf fordert nämlich nicht nur, mit strengem Bezug auf die gender mainstreaming-Richtlinien des zuständigen Bundesministeriums, daß die Stelle durch eine/n offen schwulesbische/n oder Transgender-BewerberIn besetzt wird.

Aufgrund ihrer erfahrungsgenährten Überzeugung, daß die Stelle intern schon besetzt sei, fordert sie vor allem die Einbeziehung des Gleichstellungsauftrags in das anstehende Besetzungsverfahren.
Die Stadt solle in Zukunft solche „Spielchen lassen“ und externen Bewerbern nicht die Zeit stehlen, sondern sie real berücksichtigen, statt eine „Show-Veranstaltung“ abzuziehen.

In schlüssigen Worten legt Grauf dar, daß ihr Bewerbungsprofil, sollte man mit Gleichstellung wirklich ernst machen wollen, wohl von kaum jemandem zu „toppen“ sei.

In  diesem Zusammenhang kritisiert sie scharf die diskrimierende Etablierung einer Sondersprache, die „unbedarfte BürgerInnen in Angst und Schrecken versetze“ und empfiehlt dem Entscheidungsgremium zunächst den Besuch des Films „Man spricht deutsh“ von Gerhard Polt.

(HPG)
Kommentar:
Wenn die Stelle jetzt nicht aus „politischer Sensibilität“ extern besetzt wird, können Betroffene gut und gerne auf „gender mainstreaming“ und „Diversity Management“ verzichten. Große Sprüche, nix dahinter kennen wir schon zur Genüge. Die Stadt soll erst mal all das einlösen, was sie selber in der Stellenausschreibung fordert: Und da ist „politische Sensibilität“ nur ein gravierender Punkt von vielen.

(HPG)

Heike Pauline Grauf M.A.
97080 Würzburg
unser-bier@gmx.de