Junge Familie durch Behörde Not getrieben

Dienstag, 9. Januar 2007, 12:26

ARGE Ludwigshafen setzt sich über Entscheidung des Sozialgerichtes hinweg

Falsche Aufklärung und Inkompetenz der Mitarbeiter der ARGE Ludwigshafen haben anscheinend eine junge Familie mit einem Neugeborenen unverschuldet in Not getrieben. Selbst über eine Entscheidung des Sozialgerichtes setzt sich die Behörde hinweg und verweigert die Hilfe mit der Begründung, dass man gegen diese Entscheidung Rechtsmittel beim Landessozialgericht eingelegt hätte. Hintergrund ist, dass  Mutter und damit auch das neugeborene Kind die polnische Nationalität besitzen und die Behörde sich somit für nicht zuständig erklärt. Das der leibliche Vater Bürger der Bundesrepublik Deutschland ist und seine Vaterschaft anerkennt, scheint für die Ludwigshafener Behörde keine Rolle zu spielen.

 

Dazu Dirk Grund von alg2-hartz4.de:

"Bei einem Anruf bei der Pro Familia, teilte man mir mit, dass dieses Kind, dass vor kurzem geboren wurde, laut jetziger Geburtsurkunde ein polnisches Kind ist und man könne nichts tun. Der leibliche Vater mit deutscher Staatsbürgerschaft, wird sofort nach Urteil, die Vaterschaft anerkennen und das Kind auf seinen Namen anmelden. Es ist sicher auch nach Bestätigung des in Scheidung lebenden Noch – Ehemannes, dass das Kind nicht von ihm. Leider gilt dieses Kind rechtlich noch als polnisch.
Fakt ist aber, dass dieses Kind in naher Zukunft ein deutsches Kind sein wird. Jedoch bis zu diesem Zeitpunkt will die Behörde Ludwigshafen, keinerlei Unterstützung anbieten. Die 3 Menschen sitzen 4 Tage vor Weihnachten zu Hause und wissen nicht, wie sie Windeln, Essen, geschweige einen kleinen Weihnachtsbaum kaufen können, um wenigstens etwas am Weihnachtsfest der Liebe teilzunehmen.
Ich kann nicht glauben, dass dieses in Deutschland passieren kann, denn nun bin ich überzeugt, dass es kein sozialer Staat mehr ist, da man bewusst hier in Ludwigshafen, Menschen in Not treibt. So kann eine Behörde nicht vorgehen. Leider sind die Umstände zu viel um zu beschreiben, jedoch kann ich ihnen gerne Auskunft geben, da mir die komplette Akte vorliegt.

Vielleicht sieht irgendjemand einen Weg, wenigstens eine Kleinigkeit diesen armen von der Behörde vergewaltigten Mitbürgern zu helfen, bis die Bürokratie endlich abgeschlossen ist. Leider ist es mir finanziell nicht möglich, da ich selbst Hartz IV erhalte.

Nur kurz zu erwähnen: Der Vater erhält Hartz IV, die Mutter hat keinerlei Einkommen. Jedoch bekommt dieser Mann nur die Hälfte der Miete bezahlt, da die Mutter ohne Einkommen die andere übernehmen muss. Auf die Frage mit was, erklärten die Behörden es wäre Ihnen egal. Zur Krönung haben sie zwar die Frau in der Bedarfsgemeinschaft eingetragen, jedoch alles mit Null gekennzeichnet und nun diesem Mann auch noch die Grundsicherung auf 311,– Euro gekürzt, da er ja eine Partnerin hat. Nun geht diese Sache schon seit Mai, jedoch lässt sich die Stadt Ludwigshafen Zeit, da es denen ja nicht an Geld zum Überleben mangelt. Keinerlei Hilfe oder Angebote seitens dieser Behörden, nur die Verweisung auf das schwebende Verfahren."
Dirk Grund

www.alg2-hartz4.de
grunddirk(at)alg2-hartz4.de