Die Privatisierung der Armutsbekämpfung

Mittwoch, 9. Januar 2008, 19:48

Bonner Tafel boomt – Das versteht also unsere Kanzlerin unter Aufschwung für alle.

Bonn.Das Projekt hat in den letzten Jahren einen „Boom“ erfahren, ein bitterer Beleg dafür, dass die Armut in einer der reichsten Städte Deutschlands immer größere Ausmaße annimmt.
Jede Woche erhalten insgesamt 2 000 Bedürftige Lebensmittel, verteilt von 70 Mitarbeitern über die Verteilerstellen und Einrichtungen wie eben Kitas, Schulen und Jugendzentren.
Abgeholt werden monatlich durchschnittlich beispielsweise bis zu 14 Tonnen Gemüse und Obst, 2 500 Brote, 10 000 Brötchen und 500 Kilo Milchprodukte. Je nach Beschaffungslage werden Lebensmittel zusätzlich verteilt;2006 waren das 30 Tonnen.

 

Doch ihre Einrichtung stößt mittlerweile an die Grenzen des Machbaren: Zwar gibt es schon seit 2005 eine Prioritätenliste, mit der neben den Jugendeinrichtungen vor allem Behinderte sowie besonders arme Familien und Alleinerziehende bevorzugt werden.
so Trittler: von der Bonner Tafel "
Doch nachdem unsere Kapazitäten fast erschöpft sind, werden wir bis auf weiteres neue Berechtigungskarten nur noch in Härtefällen ausstellen."

Die belieferten 18 Kinder- und Jugendeinrichtungen stehen mittlerweile an erster Stelle, was Obst und Rohkost betrifft. "Manche Einrichtungen nutzen die Lebensmittel zur Erziehung für gesunde Ernährung. Das Obst findet als Nachtisch oder Zwischenmahlzeit immer Anklang", sagt Trittler.

 Insgesamt hat die Landesregierung NRW für den Fonds "Kein Kind ohne warme Mahlzeit" für rund 65 000 Kinder in Nordrhein-Westfalen 3,3 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt. In Bonn kommen nach Angaben des Presseamts etwa 1 650 Jungen und Mädchen an den Grundschulen in den Genuss eines kostenlosen warmen Essens.

Viel Zu wenig" sagt Wolfgang Wobido vom Erwerbslosenforum und verweist dabei auf die inzwischen mehr als
9 000 Kinder, die in der Bundesstadt von der öffentlichen Hand unterstützt werden müssen mit steigender Tendenz
"Hinzu kommen noch einmal viele tausend Jungen und Mädchen, deren Eltern gerade über dem Sozialhilfesatz liegen und die sich ebenfalls die Kosten für das Schulessen ihrer Kinder kaum leisten können"

Anstatt diese gesellschaftlich skandalöse Entwicklung journalistisch in den Vordergrund zu stellen, zog man teilweise über die Betroffenen her und stellte den Mißbrauch einiger weniger „Hilfesuchender“ in den Mittelpunkt vieler Beiträge.

Sicherlich kann man Mißbrauch zu Recht beklagen, vor allem wenn es die sozial engagierten Einrichtungen selber tun.

Es ist aber ein Akt der Heuchelei bei denen, die sich selbst täglich auf Kosten anderer unverschämt die Taschen füllen.
Siehe SWB,Caritas,Diakonie,VFG u.v.a.

Private Initiativen zugunsten der Ärmsten im Land werden von Politikern gefeiert und gepriesen, weil für sie Armut offensichtlich kein Thema ist, sie geben das Geld lieber für ein Festspielhaus aus.das niemand braucht, und anderen Luxus

Nach der Privatisierung der Versorgungsunternehmen nun auch die Privatisierung der Armutsbekämpfung.

Soweit sind Frau OB Dieckmann, CDU, SPD und Grüne mit ihrer Politik inzwischen gekommen.