HARTZ IV-Freibetrag bei 400 Euro-Job meist weniger als 160 Euro

Mittwoch, 4. Februar 2009, 18:13

von Karin Telljohann
In der Sendung von Anne Will am letzten Sonntag zum Thema "Tatort Arbeitsplatz – lieber ausgenutzt als arbeitslos?" hat Herr Laurenz Meyer (CDU) behauptet, dass ein Hartz IV Empfänger einen 400 Euro-Job ausüben und das Geld zusätzlich zum Hartz IV behalten kann.

Es ist nicht nur so, dass diese Behauptung nicht der Wahrheit entspricht, sondern oft dürfen die Hartz IV Empfänger sogar noch weniger als 160 Euro davon behalten, da es sich bei dem 100 Euro Freibetrag nicht um einen wirklichen Freibetrag handelt, sondern nur um eine Werbunsgkostenpauschale. Im Folgenden soll dies näher erklärt werden:

Bei einem 400 Euro-Job hat ein Hartz IV Empfänger eine Werbungskostenpauschale von 100 Euro, die fälschlicherweise immer als Freibetrag bezeichnet wird, jedoch bei einer Person mit Werbungskosten in Höhe von 100 Euro gar keinen Freibetrag bedeutet, sondern nur für Personen, die gar keine Werbungskosten haben. Von den restlichen 300 Euro dürfen 20 %, das heißt 60 Euro behalten werden.

Das bedeutet, dass Personen mit hohen Werbungskosten, z.B. die, die auf Grund der geringen Renteneinzahlungen bei Hartz IV nur mit einer sehr geringen Rente rechen müssen und deshalb freiwillig zusätzlich in die Rentenversicherung einzahlen oder Personen, die hohe Versicherungszahlungen im Monat leisten müssen, von den 400 Euro tatsächlich nur 60 Euro oder weniger übrig behalten.

Deshalb ist es umso schlimmer, wenn Herr Laurenz es so erscheinen läßt, als ob es Hartz IV-Empfängern viel zu gut ginge und auch von keinem der anderen Gäste und auch nicht von der Moderatorin der Sendung entsprechend korrigiert wird.