Interkulturelle Sozialarbeit an Schulen ausbauen

Montag, 30. Juni 2008, 16:30

Pressemitteilung anlässlich des Fach- und Pressegespräches "Interkulturelle Moderation an Schulen in Neukölln" am 3. Juli 2008 in der Franz-Schubert-Grundschule

 

Anfang März 2006 startete das Projekt „Interkulturelle Moderation“ mit muttersprachlich arabischen, türkischen und serbokroatischen Sozialpädagogen an Schulen in Neukölln-Nordost. Zwei Wochen später wurde eine dieser Schulen, nach Veröffentlichung des „Rütli-Briefes“ in den Medien, zum Synonym für misslungene Integration und Gewalt an Bildungseinrichtungen.

Die „Interkulturelle Moderation“ gibt insbesondere an sozialen Brennpunkten mit einem hohen Anteil an Schülern und Eltern mit Migrationshintergrund Möglichkeiten, negative Entwicklungen anzupacken. In den vergangenen zwei Jahren zeigte das Projekt „Interkulturelle Moderation“, dass der interkulturelle Dialog gelingen kann, Eltern und Schüler erreicht werden und sich dadurch das Schul- und Lernklima verbessert.

Es werden Brücken zwischen Schülern, Lehrern, Eltern und den Akteuren des Stadtteils geschlagen, Vorurteile abgebaut und das Verständnis für unterschiedliche Sichtweisen gefördert. Die positiven Wirkungen der „Interkulturellen Moderation“ wurden durch die begleitende Evaluation der Universität Potsdam bestätigt.

Der 2008 veröffentlichte 2. Nationale Bildungsbericht zeigt einmal mehr, dass Schüler ohne Schulabschluss nur schwer einen Beruf finden. Gleichzeitig ist der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund insbesondere an Grund- und Hauptschulen überproportional hoch. Schüler nicht-deutscher Herkunft haben demnach eklatant schlechtere Zukunftsaussichten als ihre deutschen Altersgenossen.

Das Interesse und Engagement von deutschen und nicht-deutschen Eltern für den Bildungserfolg ihrer Kinder und der dafür erforderliche interkulturelle Dialog sind grundlegende Voraussetzungen für die Verbesserung der Bildungs- und Zukunftschancen der jungen Generation. Das Modell der „Interkulturellen Moderation“ und die eingeschlagene Kooperation zwischen Bezirk, Senatsverwaltungen und freien Trägern kann dafür einen wichtigen Beitrag leisten. Der Einsatz der dafür notwendigen Ressourcen und die Fortführung und Ausweitung des Projektes auch auf andere Brennpunkte sind Investitionen in die Zukunft, die unbedingt erbracht werden müssen.

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