Weihnachten 2008 in Deutschland – Korrektur

Freitag, 26. Dezember 2008, 09:34

von Hans-Jürgen Graf


„Morgen, Kinder, wird’s was geben! Morgen werden wir uns freuen“! Morgen ist Heilig Abend, einer der wichtigsten und schönsten Tage für Kinder und Eltern im Jahr. Der heilige Abend ist der Abend an dem wir uns der Geburt des christlichen Religionsstifters erinnern, Jesus Christus. Für uns Christen kam in ihm der Erlöser zur Welt. Aus Freude darüber fing man schon vor langer Zeit an, sich an diesem Gedenktag gegenseitig zu beschenken. Im Laufe der Jahre und Jahrhunderte kamen dann noch zwei weitere Feiertage hinzu an denen wir Weihnachten feiern.

Viele Lieder erzählen uns diese Geschichte, bringen uns Legenden und Märchen von weiteren Helfern dieser Christnacht nahe, wie dem Nikolaus, Väterchen Frost, dem Weihnachtsmann, den Weihnachtselfen usw. Wenn ich so an meine Kindheit zurück denke, dann war die Weihnachtszeit für mich eine Zeit der besonderen Geborgenheit, der Wärme, der Lichter und Musik. Umso erschreckender ist die heutige Realität des Weihnachtsfestes für mich.

Unsere Politiker, speziell die Mitglieder der Bundesregierungen, haben es tatsächlich geschafft, dass für immer mehr Menschen in Deutschland die Zeit um Weihnachten keine Zeit der Geborgenheit, der Wärme, der Lichter und der Musik ist. Mit einer menschenverachtenden Sozialpolitik ist es ihnen gelungen, immer mehr Menschen in die Obdachlosigkeit zu treiben. Die „Junge Welt“ berichtet in ihrer Ausgabe vom 23. Dezember 2008 folgendes:

Enormer Anstieg der Obdachlosigkeit erwartet

http://www.jungewelt.de/2008/12-22/053.php

Dank Hartz IV: Bis zu 235000 Menschen bundesweit vom Wohnungsverlust bedroht

Selbst über die Feiertage müssen rund 18000 Menschen in Deutschland auf der Straße, in Parks oder in Ruinen übernachten. Die Zahl der Obdachlosen werde sich aufgrund der schärferen Hartz-Regeln und steigender Mietpreise in nächster Zeit weiter erhöhen, warnen Experten.

»Da baut sich gerade eine Welle auf«,sagt Rolf Keichel, Vorstandsmitglied des Fachverbands Evangelische Obdachlosenhilfe. »Wir können uns gar nicht vorstellen, was es heißt, bei Minustemperaturen draußen zu leben.«Eine Nacht in klirrender Kälte bedeutet immer Lebensgefahr. Erst vor wenigen Tagen erfror ein Obdachloser in Wismar, im November ein Mann in Soest, im September ein Dresdner in seinem Nachtlager im Park.


Die Sprecherin der BAG Wohnungslosenhilfe Bielefeld, Werena Rosenke, spricht von 60.000 bis 120.000 Haushalten, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Dies sind ca. 235.000 Menschen. Die rigorose Umsetzungspolitik der ARGEn und ihren Derivaten erreichen, was sie scheinbar erreichen sollen? Wie anders ließe sich sonst erklären, dass eine ständige Verzögerung der Auszahlung von Leistungen, eine prophylaktische Leistungsverweigerung selbst beim Fehlen nur einer einzigen Bescheinigung und die ständigen Versuche selbst höchstrichterliche Entscheidungen einfach zu ignorieren scheinbar bereits Ausbildungsinhalte für Sachbearbeiter der immerhin teilweise verfassungswidrigen Erfüllungshilfen in Sachen Langzeitarbeitslosigkeit sind?

Wieviele Menschen in Deutschland haben an Weihnachten nur wenig oder gar nichts zu essen? Wieviele Kinder in Deutschland haben seit dem 01.01.2005 nur noch ihre Erinnerungen an Geschenke, einen Weihnachtsbaum oder eine kuschelig warme Stube? Wievielen Betroffenen, vor allem Kindern, bleibt das Zimmer dunkel und kalt, weil wiederum Leistungen nicht ausbezahlt wurden, Nachzahlungen nicht übernommen wurden und scheinbar am laufenden Band, Recht relativiert und gebrochen wird?

Ein besonders aktuelles Beispiel möchte ich hier einfügen, das mir gerade erst zugemailt wurde. Ich bringe nur einen Ausschnitt und bitte die Leser, sich dann selbst die Seite bei sozialbetrug.org oder die dort verlinkte Originalveröffentlichung anzusehen:

Für alle die sagen, was geht mich das an, dem sei nun gesagt so schnell kann es gehen:

Früher Sekretärin, heute obdachlos

Jetzt bloß kein „Oh, du fröhliche”. Nicht so kurz vor Weihnachten. Dann käm' alles hoch. Erinnerungen an gute Zeiten. Sie hält nichts von Gefühlsduselei. Helga Schollmeyer (56) hat mit ihrem Leben abgeschlossen. Sie ist obdachlos, hat Krebs und einen Wunsch: "Ich möchte sterben."
Der Satz sitzt. Helga Schollmeyer erwartet kein Mitleid. Sie hat lediglich die Frage nach ihrem Weihnachtswunsch beantwortet. Dabei lief es nicht immer schlecht im Leben der Frau, die über 30 Jahre lang Arztsekretärin in einem bekannten Krankenhaus war. Die das Leben genoss, die liebte und litt. Die dreimal verheiratet war und vier Kinder bekam. Heute steht sie allein da. Den Kontakt zu den Kindern abgebrochen, „die sind alt genug”. Heute ist sie mittellos – ihre Habe passt in einen roten Koffer. Ihr Begleiter – auch als sie im Park übernachtete.

Weihnachtswunsch:
Ich möchte sterben

Quelle: http://www.sozialbetrug.org/thread.php?postid=124871#post124871

Mein Kommentar:

Volkes Seele schreit seit langem auf. Nur, sollte Volkes Seele nicht langsam auch begreifen was vorgeht? Will sich Volkes Seele das weiterhin gefallen lassen in einem Land, in dem es immer mehr Armut gibt und immer mehr Geld auf die Seite der Wohlhabenden und Reichen transferiert wird? Nein, ich denke nicht dass Volkes Seele in bösartiger Weise den Reichen etwas wegnehmen möchte, nein. Ich denke, dass die Menschen in Deutschland einfach nur einen Arbeitsplatz haben möchten, der ihnen soviel Einkommen bringt, dass sie sich und ihre Familie ernähren können. Und ich denke, dass die Rentner und die Menschen in Deutschland, die nicht mehr arbeiten können und müssen nur ein Einkommen haben möchten, das ihnen Obdach, Ernährung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben garantiert. Was ist an diesen Vorstellungen falsch in einem Land, in dem es Menschen gibt, die von ihrem Privatvermögen, tausende von sozial schwach gestellten Menschen ernähren könnten?