Pro Arbeit – Vorteil durch Nachteilsausgleich

Mittwoch, 20. Februar 2008, 15:43

(ausdrücklich spiegelt dieser Artikel nicht die Meinung der Redaktion pr-sozial wieder. Derartige Integrationsmaßnahmen werden von pr-sozial und dem Erwerbslosen Forum Deutschland nicht geteilt)

 

Neudietendorf –  Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz hat in Neudietendorf den Startschuss für Pro Arbeit gegeben. Mit diesem bundes­weit einmaligen Projekt will der PARITÄTISCHE Thüringen Langzeitarbeitslose auf dem regulären Arbeitsmarkt dauerhaft integrieren. Zentrales Element des aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderten Projektes ist der so ge­nannte Nachteilsausgleich, mit dem individuelle Schwächen finanziell ausge­glichen werden.

Die Bundesagentur für Arbeit geht in ganz Deutschland von geschätzt 400.000 bis 600.000 langzeitarbeitslosen Menschen mit mehr oder weniger großen Vermittlungs­hemmnissen aus. Mangelnde Qualifizierung, Schulden, über fünfzig Jahre alt, Sucht- oder psychische Erkrankungen, oftmals kombiniert, mindern die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Für diese Zielgruppe hat der PARITÄTISCHE Thüringen das Modell Pro Arbeit entwickelt. Reinhard Müller, Landesgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN Thüringen, beschreibt die Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber: „Die Idee von Pro Arbeit ist es, Arbeitnehmer und Arbeitgeber passgenau zusammenzubringen. Bei Langzeitarbeitslosen werden die beruflichen und sozialen Integrationsmöglichkeiten verbessert. Arbeitgeber entlasten vor dem Hintergrund des wachsenden Fach­kräftemangels ihre personellen Ressourcen und schaffen neue Arbeitsplätze. Denn im Fokus stehen einfache Tätigkeiten, derer sich sonst Fachkräfte annehmen müssen.“ Für die Arbeitgeber lohnt sich die Einstellung zudem, da für HARTZ IV-Empfänger jetzt ein Beschäftigungszuschuss gezahlt wird, der sich an der Höhe des individuellen Nachteilsgrades orientiert. Der Bundestag hat bei der Schaffung des Beschäftigungszuschusses auf maßgebliche Zuarbeiten des PARITÄTISCHEN Thüringen zurückgegriffen.

Zunächst in den Regionen Kyffhäuserkreis, Landkreis Eichsfeld, Landkreis Gotha und Gera sind insgesamt fünf Servicestellen von Pro Arbeit eröffnet worden. Schwerpunkt ist zunächst die Akquise potenzieller Arbeitsplätze in Unternehmen sowie die Arbeit mit den Teilnehmenden im Rahmen der individuellen Profilerstellung. Die Dauer des Projektes ist auf zwei Jahre angelegt

Projektkoordination Pro Arbeit:

Christiane Landsiedel,
Tel.      036202/26-158
Mail:    clandsiedel@paritaet-th.de