Die Einführung von flächendeckenden Mindeslöhnen dient sozialer Gerechtigkeit

Donnerstag, 22. Mai 2008, 21:04

Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung bringt es an den Tag: Jeder achte Deutsche ist arm. Gäbe es keine staatlichen Sozialleistungen, würde nach den Feststellungen des Berichts jeder vierte Deutsche in Armut leben. „Das sind wahre Schreckenszahlen“, lauten die ersten Kommentare zu den Ergebnissen.

Nach einer ersten Analyse des vor einigen Tagen veröffentlichten Berichtes wachsen die Einkünfte der Reichen weiter, das Lohnniveau im unteren Bereich dagegen sinkt. Reiche werden immer reicher, Arme immer ärmer. Das darf nicht sein, weil es extrem ungerecht ist. Jetzt ist es daher endlich an der Zeit, den schon lange von Bürgerinnen und Bürgern sowie verantwortungsvollen Sozialpolitikern geforderten gesetzlichen Mindestlohn flächendeckend einzuführen. Das sehen mittlerweile auch kirchliche Organisationen so, wie der katholische Sozialverband Kolping mit mehr als 260.000 Mitgliedern. Dieser fordert eine Mindestvergütung, die sich nach einem jährlich zu ermittelnden sozio-kulturellen Existenzminimum richtet. Diese Entwicklung und die wachsende Unterstützung für die Geringverdienenden in unserer Gesellschaft ist sicherlich der erste Schritt zur Bekämpfung der Armut im reichen Deutschland. Die Forderung nach einem flächendeckenden Mindestlohn orientiert sich am Existenzminimum. Er darf nicht unter 8,50 Euro pro Stunde liegen. Der Stundenlohn muss mindestens so bemessen sein, dass in einem sozialversicherungspflichtigen Vollzeitarbeitsverhältnis ein Einkommen erzielt wird, das das Existenzminimum übersteigt. Ein gerechter Lohn bedeutet Menschenwürde. Es ist ungerecht und unter der Würde von Menschen, dass es Familien gibt, die trotz Vollerwerbstätigkeit beider Eheleute auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind. Die Leidtragenden sind mal wieder die Kinder, die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft. Drohende Altersarmut muss bekämpft, die Lebensleistung unserer älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger gerecht geachtet werden.

Ludger Wahls

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