Prinzessin Diana in Berlin: Flugsicherung genehmigt Himmelslaternen!

Montag, 1. September 2008, 09:54

Es war ein harter Kampf, der härteste, den er je habe austragen müssen, kommentiert Bryan Kemmenoe, Veranstalter und Initiator des diesjährigen Princess Memorial Day, der am kommenden Sonntag nun mit wesentlichen Programm-Änderungen stattfindet.

Ursprünglich geplant waren 47 Himmelslaternen, die kommenden Sonntag anlässlich des 11. Todestages von Prinzessin Diana am Berliner Breitscheidplatz gen Himmel aufsteigen sollten, als Symbol und in Erinnerung an das karitative wie auch menschliche Vermächtnis der „Königin der Herzen“. Möglicherweise wird daraus nichts ! Nicht weil die Flugsicherung etwas dagegen hat, sondern weil der Bezirksrat der Stadt Charlottenburg den Event in letzter Sekunde doch noch hat stoppen lassen. Und dies, obwohl es die ganze Zeit über hieß, man werde die Genehmigung seitens der Stadt „ganz sicher erteilen“, und es komme dann nur noch darauf an, dass auch die Berliner Flugsicherung ihre Zustimmung zum Steigen lassen der Himmelslaternen gibt.

 

Am Donnerstag dieser Woche, (3 Tage vor der Veranstaltung!!), taucht dann plötzlich und wie aus heiterem Himmel ein ominöses Gutachten der Bundesanstalt für Materialprüfung auf, welches die Gefährlichkeit von Himmelslaternen unterstreicht. Daraufhin ändert das Bezirksamt Charlottenburg die bislang bestehende Einschätzung und entzieht die zuvor lang und breit versprochene Genehmigung. Und das obwohl der Veranstalter in den Tagen zuvor mehrmals mit dem Bezirksamt im Gespräch war, und immer wieder betont wurde, dass seitens des Bezirksamts keine Einwände gegen die Himmelslaternen bestehen. Und auch die Flugsicherung war inzwischen drauf und dran den Event am Ende doch noch zu genehmigen. Man wolle „ein Zeitfenster finden“, in welches die Himmelslaternen „hineinstoßen“, damit sichergestellt ist, dass der abendliche Flugverkehr durch die aufsteigenden Himmelslaternen nicht gefährdet wird. Sogar die telefonische Abstimmung mit dem Tower der 3 Berliner Flughäfen war im Gespräch und sofern es seitens der Stadt keine Einwände bezüglich der Gefährdungslage am Boden gegeben hätte, fände man „sicher eine Lösung“ den Flug der Himmelslaternen in den laufenden Flugverkehr zu integrieren, so der zuständige Abteilungsleiter der DFS, Klaus Hartemink.

 

Aus Sicht der obersten Luftfahrtbehörde des Landes Berlins „stellt der Aufstieg von Himmelslaternen keinen Luftverkehr dar und untersteht damit nicht dem Luftverkehrsrecht“, was im klaren Widerspruch zu der bisherigen Auffassung der Landesanstalt für Umwelt des Landes Baden Württemberg steht, die nach wie vor davon ausgehen, dass Himmelslaternen ungesteuerte Flugobjekte mit Eigenantrieb sind, die bei Nutzung des Luftraums einer Erlaubnis nach der Luftverkehrs-Ordnung bedürfen. Der zuständige Sachbearbeiter des Tower-Bereichs Berlin fügt sogar noch hinzu: „Nach jetzigem Erkenntnisstand gibt es nichts, was gegen den Flug der für den 31.08 geplanten Himmelslaternen spricht, mit festgezurrten Auflagen, beispielsweise ein Zeitfenster und Absprachen mit dem Tower. Unter diesen Umständen könne man speziell und nur für dieses eine Projekt die Ausnahme ausnahmsweise genehmigen“.

 

Ob die Himmelslaternen nun steigen dürfen oder nicht, wäre damit nicht länger ein Problem der Sicherheit am Himmel, sondern eher ein Problem der Sicherheit am Boden, und dafür sind allein die städtischen Behörden zuständig. In einer Stellungnahme des Wirtschafts-und Ordnungsamtes Charlottenburg vom 28.08. heisst es: „Nach den uns vorliegenden Erkenntnissen konnte die Prüfung nur zu dem Ergebnis führen, dass von den Fluglaternen auf Grund der dichtbesiedelten Infrastruktur eine Brandgefahr ausgeht und somit erhebliche Gefahren für Leib und Leben bzw. Sachgüter Dritter zu befürchten sind.“

 

Laut Auskunft des Veranstalters war davon aber nie die Rede. Im Gegenteil, auf Nachfragen bezüglich der Himmelslaternen beim Bezirksamt Charlottenburg hätte man stets geantwortet: „Darin sehen wir kein Problem“. Ein Mitarbeiter des betreffenden Amtes hatte angeblich bereits auch schon die örtliche Polizei-Dienststelle informiert, doch die hatten lediglich Bedenken wegen einer Parkerlaubnis vor dem KDW (Kaufhaus des Westens). Die nun vorherrschende Kehrtwende um 180 Grad bringt den Veranstalter in arge Bedrängnis, ist der doch bereits „erhebliche finanzielle Verpflichtungen eingegangen“, weil die ganze Zeit davon auszugehen war, dass die Flugsicherung ihre Zustimmung noch erteilt. Das sich dann aber die Stadt selbst, und dies erst 3 Tage vor dem Event, doch noch gegen die Himmelslaternen stellt, ist eigentlich ein kleiner Skandal. „Das war weder anzunehmen noch vorauszusehen, und schmerzt daher ungemein“, so ein Sprecher des Tribute-Teams am Abend.

 

„Wir haben soviel Kraft und Liebe in das Projekt gesteckt. Ich persönliche habe sprichwörtlich mein letztes Hemd dafür hergegeben, dass die Veranstaltung am Sonntag in Berlin wir ursprünglich geplant auch stattfinden kann. Das am Ende die Stadt selbst einen Rückzieher macht enttäuscht mich wirklich sehr, habe ich in ihr doch immer einen großen Verbündeten für die gute Sache, und für das wofür wir kämpfen, gesehen“, fügt der Initiator der Veranstaltung, Bryan Kemmenoe, hinzu.

 

In einem letzten wie auch ergreifendem Hilferuf wandte Kemmenoe sich gestern Abend direkt an den zuständigen Stadtrat des Bezirksamts Charlottenburg und interveniert. Am Ende einigte man sich auf eine Art „Kompromiss“. Wie genau dieser für kommenden Sonntag im Detail aussehen mag, wollte der Veranstalter zur Stunde nicht verraten. Nur soviel vorab, der Princess Memorial Day 2008 findet statt !

 

 

Informationen zum Projekt unter www.tribute-to-diana.de/day