Mappus lobt Friedrich für angestoßene Islam-Debatte

Sonntag, 6. März 2011, 14:19

Leipzig (dts) – Vor dem Hintergrund der mit dem neuen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) verbundenen neuerlichen Islam-Debatte in Deutschland hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) auf den prägenden Charakter des christlichen Menschenbildes verwiesen. Der als konservativ geltende Mappus, derzeit in der heißen Phase seines Landtagswahlkampfes, sagte in einem Interview mit der „Leipziger Volkszeitung“ (Montagsausgabe): „Ich bin sehr für Religionsfreiheit. Ich will, dass jeder Mensch seine Religion frei ausüben kann, natürlich im Rahmen von Demokratie und Rechtsstaat“, meinte Mappus. „Prägend für uns in Deutschland soll aber nach meiner Überzeugung stets das christliche Menschenbild sein, das auch eine Grundlage unserer Verfassung ist.“ Mit seinem Amtsantritt hatte Bundesinnenminister Friedrich darauf verwiesen, dass der Islam zu Deutschland gehöre, lasse sich historisch nicht begründen. „Ich finde es gut und wichtig, dass das Thema in Deutschland angesprochen wird, egal wer Bundesinnenminister ist“, lobte Mappus. Zugleich hob er hervor: „Übrigens finde ich, dass Angela Merkel und Horst Seehofer mit Thomas de Maizière und Hans-Peter Friedrich sehr gute Personalentscheidungen getroffen haben.“

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Eine Antwort zu: Mappus lobt Friedrich für angestoßene Islam-Debatte

  1. Leitkultur Menschenrechte – sonst Islam-Konferenz boykottieren!

    Als Deutscher bin ich sehr verärgert, dass der neue Bundesinnenminister Friedrich und auch Ministerpräsident Mappus von in Deutschland lebenden Muslimen verlangen, die so genannte christliche Leitkultur anzuerkennen.
    Dies kann zweierlei bedeuten:
    1. die mittelalterliche Überzeugung, dass nur das Christentum die einzig wahre Religion darstellt – und alle anderen gehörten bekehrt oder ermordet (wie es z.B. mit unzähligen Muslimen gemacht wurde) oder
    2. die christliche Nächstenliebe, welche inhaltlich der Grundregel der heutigen Menschenrechte entspricht: „Behandle andere Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest!“

    Heutzutage gilt, dass Menschen nur dann Christen sein können, wenn sie die christliche Nächstenliebe praktizieren. Dies bedeutet, wenn Friedrich und Mappus sich als Christen bezeichnen, muss es für sie eigentlich selbstverständlich sein, sich mit Muslimen gemäß den Menschenrechten auf genau der gleichen Augenhöhe zu treffen und ihre beiden Religionen (und alle anderen der ca. 4000 religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen) als völlig gleichwertig zu akzeptieren.

    Daher rate ich den muslimischen Verbänden, von Deutschland zu fordern, offiziell die Menschenrechte als Leitkultur zu benennen – sonst sollte die die Islam-Konferenz boykottiert werden!