Merkel und Sarkozy fordern Sonderkonto für Griechenland

Montag, 6. Februar 2012, 19:36

Paris (dts) – Deutschland und Frankreich haben den Druck auf Griechenland erhöht und ein Sonderkonto zur Schuldentilgung des Landes vorgeschlagen. Über dieses Konto könnten griechische Schulden künftig abgebaut werden, erklärten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nach gemeinsamen Regierungskonsultationen in Paris. Auf das Konto sollten griechische Staatseinnahmen fließen, die Regierung Griechenlands solle jedoch keinen Zugriff haben. Damit sollen Investoren die Sicherheit erhalten, regelmäßig an ihre Zinsen zu kommen.

Merkel und Sarkozy riefen Griechenland zudem in deutlichen Worten dazu auf, die zugesagten Reformen umzusetzen. „Wir, Deutschland und Frankreich, sagen unseren griechischen Freunden gemeinsam, dass jetzt Entscheidungen getroffen werden müssen und dass das Geld so lange nicht freigegeben wird, wie diese Entscheidungen nicht getroffen worden sind“, erklärten die beiden Politiker. Noch am Montag trifft die Troika mit Griechenlands Ministerpräsident Lucas Papademos zusammen. Das Spitzentreffen der Regierungskoalition in Athen wurde auf Dienstag verlegt. Die griechischen Gewerkschaften riefen für den gleichen Tag zu einem weiteren Generalstreik auf.

© – dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

Eine Antwort zu: Merkel und Sarkozy fordern Sonderkonto für Griechenland

  1. Werner Wälbers

    Hallo allerseits,

    dieses Sonderkonto entlarvt klar, worum es bei der „Griechenland-Krise“ wirklich geht: Bankenrettung!

    Denn es wird ja gerade eingerichtet, um zuvorderst Zins und Tilgung an Banken zu berappen, nicht etwa, um in Griechenland Renten und andere soziale Leistungen oder gar so ein Luxus wie Krankenhäuser und Schulen zu bezahlen.

    Abseits davon: Warum fordert die Troika nicht endlich einmal einen spürbaren Beitrag der vermögenden Griechen in Form einer Vermögenssteuer und/oder einer einmaligen Vermögensabgabe. Es träfe endlich die richtigen Griechen, nämlich die, die vom griechischen System profitiert haben und nun viele, viele, sicher auch unversteuerte Milliarden, im Ausland in Sicherheit gebracht haben (z.B. in der Schweiz und wohl auch in Deutschland). Eine 50%tige Vermögensabgabe dürfte das griechische Schuldenproblem mit einem Schlag lösen – und es wäre nichts anderes als ein nachträglicher Ausgleich für die kriminelle Steuerhinterziehung!

    Warum wird so etwas von der Troika nicht eingefordert?! Warum herrscht hierzu – nicht zuletzt auch in den Medien – ein beredtes Schweigen? Ist es vielleicht so, dass die bestimmenden Eliten keine schlafenden Hunde wecken wollen? Vielleicht kämen dann der Michel und die Marianne auf die Idee, dass auch in ihren Ländern die Staatsschulden von denen bezahlt werden sollten, die sich bisher – in den vergangenen 10, 20 Jahren – ordentlich, begünstigt von den bestehenden Verhältnissen, bereichert haben.

    Und vielleicht fordert die Troika auch deshalb keinen Obolus der reichen Griechen, weil zu dessen Eintreibung endlich auch die übrigen EU-Staaten ernsthaft die Steueroasen (Schweiz, Luxemburg, Kanalinseln, Lichtenstein, Andorra, aber auch die außerhalb Europas) angehen müssten, weil dazu neben Griechenland endlich alle EU-Länder, auch Deutschland, dann das Problem der Steuerhinterziehung und Steuervermeidung ernsthaft in Angriff nehmen müssten!

    Aber Gott bewahre, davor wollen die deutschen und französischen und englischen und finnischen … Eliten den Michel und die Marianne und … „schützen“.

    Und die Medien halten die Masse in dieser Hinsicht weiterhin dumm. Statt über einen solchen Vorschlag zu schreiben, wird über die toten griechischen Rentner geschrieben, denen im Jahr einige hunderttausend Euros bezahlt werden … oder überhaupt … der faule Grieche, der nur streikt und ansonsten auf der faulen Haut liegt … Sowas steht nicht nur in der Bild, so etwas konnte man auch schon in SZ, FAZ und Spiegel, angebliche Qualitätsmedien lesen.

    Tja dann … ist ein Sonderkonto wohl alternativlos.
    TINA = Lieblingsfreundin von Merkel und Co, von allen denen, die von den bestehenden Verhältnissen profitieren und weiterhin reicher und reicher wird.

    Und wer ist das? Sicher nicht der „normale“ Grieche, genauso wenig wie der „normale“ Deutsche oder Franzose, der jetzt entweder durch die von der Troika geforderten radikalen Kürzungen stark betroffen ist oder als Steuerzahler für die Rettungspakete aufkommen soll.

    Also lieber Leser, lasst euch weiter für dumm verkaufen und schimpft auf die faulen Griechen. Findet Merkel und Konsorten ob ihrer harten Haltung gegenüber Griechenland weiterhin gut (Merkels Umfragewerte steigen kontinuierlich seit der Krise.). Wählt brav weiter eine der neoliberalen Parteien. So könnt ihr euch sicher sein, dass sich nichts für euch verbessern wird. Und irgendwann dann, in nicht zu ferner Zukunft wird auch euch wegen der so ausgeuferten Staatsverschuldung das Fell über die Ohren gezogen – Schuld waren dann natürlich die Griechen.

    MfG

    Werner W.