Union und FDP kritisieren EKD-Familienpapier

Freitag, 21. Juni 2013, 12:27

Berlin (dts) – Die neue Orientierungshilfe der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu Ehe und Familie stößt in Union und FDP auf deutliche Kritik. So wandte sich der Bundesgeschäftsführer des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) von CDU/CSU, Christian Meißner, gegen die Tendenz des EKD-Textes, die heterosexuelle Ehe nicht mehr als zentrales Leitbild der evangelischen Familienpolitik herauszustellen. Meißner sagte der Tageszeitung „Die Welt“, dass aus Sicht der Union die lebenslange Ehe von Mann und Frau als „gute Gabe Gottes“ zu verstehen sei und dass entsprechend deutlich gemacht werden müsse, dass ihr bei aller Achtung gegenüber anderen Lebens- und Familienformen ein Vorrang gebühre. „Die meisten von uns hätten sich wohl gewünscht, dass dieser Vorrang der Ehe von Mann und Frau in dem EKD-Text klarer formuliert und theologisch so hergeleitet würde, wie es von einer Orientierungshilfe zu erwarten ist“, so Meißner. Kritisch äußerte sich auch der FDP-Bundestagsabgeordnete und evangelische Pfarrer Pascal Kober. Zwar stimme er der kirchlichen Anerkennung der verschiedenen familiären Lebensformen als verbindlichen Verantwortungsgemeinschaften voll zu, gerade auch im Hinblick auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften, sagte Kober gegenüber der „Welt“. „Allerdings hätte ich von der EKD erwartet, dass die theologische Argumentation sehr viel breiter entfaltet wird und sie dabei stärker auf die vielen Fragen eingeht, die zahlreiche Christen ja angesichts der Veränderungen im Ehe- und Familienverständnis haben. Dass die theologische Begründung recht kurz gerät, ist schade. Denn die Beschreibung der gesellschaftlichen und rechtlichen Veränderungen nimmt so breiten Raum ein, dass der Eindruck entstehen kann, die Kirche reagiere eben doch nur auf gesellschaftliche Entwicklungen, statt sich an Schrift und Bekenntnis und klaren theologischen Gründen zu orientieren.“ Kober kritisierte darüber hinaus den kirchlichen „Blick auf die Männer“: Diese erschienen laut Kober in dem Text überwiegend als diejenigen, die sich ihrer familiären Verantwortung entziehen. Den Perspektiven und Bedürfnissen von Männern werden in dem EKD-Text „kaum Raum gegeben“. Darüber hinaus lehnte Kober die Aussagen der Kirche über die soziale Lage von Familien und die Situation von Müttern auf dem Arbeitsmarkt als einseitig ab. „Die Situation der Familien wird insgesamt zu negativ beschrieben“, sagte Kober und fügte hinzu, dass auch die Beschreibung der sozialen Verhältnisse und des Arbeitsmarktes sehr tendenziös seien, teilweise falsch. „Damit ist die Chance vergeben, einen breiten gesellschaftlichen Diskurs über Lager- und Parteigrenzen hinweg anzustoßen.“

© – dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

2 Antworten zu: Union und FDP kritisieren EKD-Familienpapier

  1. Was will die Regierung denn ?
    Jetzt gegen die Religion argumentieren ?
    Wenn die EKD so was rausbringt, ist das fast eine Charta und Leitschnur im Rahmen der Menschlichkeit.

    Die Union kann jetzt nicht mehr einfach mit Gott argumentieren und sagen das das unnatürlich sei
    Gerade Jesus als Sohn Gottes hat hier selber nie was schlechtes über Homosexuelle gesagt
    Die Hererosexuelle Ehe wird dadurch auch nicht geschmälert

    Von Martin28a
    Aus Dortmund (Nordrhein-Westfalen)
    Mitglied seit 17.06.2012
    Jesus selber hat nie was über Homosexualität gesagt, er redete von Naturrechten.
    Und wird euch Heterosexuellen durch die Gleichsetzung, die Ehe entzogen ? Ich denke mal nicht !
    Der einzige der hier klar Stellung bezog, war der sehr umstrittene Paulus, der nach Jesus lebte.
    Und selbst er interpretierte das ganz anders und bezog sich mit BRIEFE nur auf Teile der damaligen Gläubigen
    Schon Jesus sagte, dass das Christentum – ähnlich der Gnostiker- mal einen Schritt weg vom Judentum gehen muss.
    Im Bereich der Beschneidung etwa gab es schon früh Abspaltungen von der jüdischen Religion.

    Homosexuelle sind nicht abnormal, sie sind sogar indirekt für den Fortbestand der „Rasse“ lt. einiger Studien (Egoistengen) notwendig.
    Gerade durch unsere Geschichte in Deutschland ( Homosexuelle wurden zu tausenden in KZs getötet) steht es uns – im übrigen auch im Hinblick auf aktuelle Völkerrechtliche Auslegungen zur Homosexualität Res A/HRC/17/L.9/Rev.1 -sehr gut an, hier Homosexuelle nicht mehr aktiv oder passiv zu diskriminieren .
    Wer gibt einem anderen das Recht, zu bestimmen, wie Honosexuelle gefälligst zu leben haben ? Ich finde daher diese Diskussion engstirnig und anmaßend und ein bisschen naiv.
    Homosexualität gehört zur Menschheit, viele Staaten in den westlichen Industriestaaten erkennen das an, sie sind also schon einem regionalen Völkergewohnheitsrecht unterzogen, der Artikel 6 des GG wurde daher aus mehreren Gründen ( geregelt in Art.24,25,26,59 GG ) nicht greifen, wenn er überhaupt so abgrenzend ausgelegt werden darf..
    Die Regeln des Völkerrechtes, die von den Naturrechten abgeleitet werden und sich teilweise als volles, teilweise als regionales Völkergewohnheitsrecht widerspiegeln teilen klar mit, dass auch Homosexuelle Natur und Grundrechte besitzen
    Dies leitet sich dann auch aus dem Glauben selbst ab:
    Jesus ist per se durch die Dreifaltigkeit als “ Sprachrohr“ der Offenbarung gebunden, was er sagte und sagt war und ist Gesetz.
    In der Bergpredigt hat Jesus durch die Goldene Regel und das Liebesgebot erst einmal eine Abgrenzung zum alten mosaischen Gesetz unternommen .
    Das was nun im einzig legitimierten Judasbrief steht, handelt von Sodomie, also Sex mit Tieren und Göttersöhnen.

    Man muss jetzt ausholen :
    Jesus widerspricht sich mit Paulus was im Römerbrief 7,12 klar wird, allerdings verkündete Paulus das einzig legitime, was in seinen Verantwortungsbereich lag : Nach Gal3,24 Matt5,17 verkündete er, dass nach dem Tode Jesu nur noch die neuen Regeln galten, dass alte Testament war außen vor, insbesondere die ersten Kapitel .

    Dann der Judasbrief:
    Der Brief des Judas ist zudem in einer Zeit der Umbrüche geschrieben worden, er zeigt schon damals, dass nach liberaler Auslegung die Texte in Genesis auch unter den Zeiten des Judas als Sodomie bewertet wurden, was „dem anderen Fleisch“ zugewandt bedeutet und aussagt, dass es sich hier um sexuellen Verkehr mit Engeln oder Tieren handelte. Judas hat nach liberaler Auslegung mit der Aussage der „Engel“ und den Geschehnissen bei Sodom und Gomorrha eine Verbindung gezogen. Er erwähnte das Beispiel zu Sodom und Gomorrha und bezeichnet die Taten als „ähnlich“ zu den Taten der Engel. Die Allegorie, dass „wie sie“ sie Unzucht zum „anderen Fleisch“ trieben ist eine zeitliche Verknüpfung der beiden Taten.
    Bestätigung findet diese Ansicht in Gen19,1-11

    Auch kirchenrechtlich deckt sich das:

    Bei den Sünden Sodoms und Gomorras assoziiert man oft das unzüchtige Fehlverhalten zweier Männer miteinander (homosexuelle Begierden). Seit den 80er Jahren ist diese Ansicht umstritten und wird von liberalen Theologen nicht mehr voll geteilt. Nach Ansicht Scharberts handelt es sich vielmehr um Gewalt und das Erzwingen sexueller Befriedigung an Wehrlosen (Tieren, Knaben, schwachen Männern sowie Engeln) siehe : Josef Scharbert: Genesis (Die Neue Echter Bibel, Neues Testament 17/19), Würzburg 1985, S. 154; zitiert bei Doris Maria Märzinger: Das Verschwinden der himmelschreienden Sünden in der europäischen Kirchenpraxis, Wien 1989, Diplomarbeit an der Katholisch-theologischen Fakultät Wien unter der Leitung von Paul Zulehner, S. 14; zitiert in: Karl Golser: Soziale Sünden, die zum Himmel schreien Eine vergessene, aber anscheinend jetzt wieder aktuelle Kategorie, Version vom 23. Mai 2007 zu Wiki Himmelschreiende Sünden

    Auch das göttliche Recht setzt hier keine feste Richtschnur für das Naturrecht an:

    Das göttliche Recht setzt sich ja offenbar nun nach einiger Ansicht in der Wissenschaft bewusst keine feste Richtschnur für das Naturrecht. Im kanonischen Recht wird dies unterteilt (vgl. z. B. c. 199 CIC) in Naturrecht und göttlichem Recht, dem ius divinum naturale und dem ius divinum positivum. Inwieweit die Evangelien selbst von Gott geschrieben sein sollen, ist umstritten. in Gal 1 Vers 11-12 steht geschrieben, dass die Offenbarung derer direkt von Gott und nich von „Menschenhand“ kommen.
    Wenn man Jesus Wort, dass lt. der Bibel als auch „Gottes Wort“ bezeichnet wurde, als Urform des Naturrechtes heranziehen müsste, müsste man wiederum das mosaische Gesetz außer acht lassen, die harten Moralvorstellungen hätten demmach im Naturrecht keine praktische Bedeutung mehr:

    Auch das ius congens ist insoweit abgeleitet vom Naturrecht, es ist heute allgemein anerkannt, dass diese Quelle alleine nicht statisch ist und das die Grundlage des ius congens in sich veränderbar ist, da eben auch das Naturrecht Änderungen unterlegen sind. Strittig ist, inwieweit das geltende Naturrecht, dass gewissen Änderungen der Auslegung unterworfen ist, in das ius cogens eingebunden werden kann.
    Wenn man sich nun mal die Hierarchie anchaut, steht ja wohl das Wort Gottes über alles
    Im kanonischen Recht wird dies unterteilt (vgl. z. B. c. 199 CIC) in Naturrecht und göttlichem Recht sowie dem menschlichen Recht, dem ius divinum und dem ius mere ecclesiasticum. Das ius divinum wird dabei weiter unterteilt, einmal als Zweig des ius divinum positivum und dem ius divinum natruale, wobei ersteres als direkte Offenbarung aus der Bibel, den Evangelien direkt zu entnehmen ist. Auffallend ist, dass gerade die Evangelien und die Naturrechte die engeren Sünden, im Gegensatz zu den später eingefügten Paulusbriefen nicht beinhalten. Nach liberaler Ansicht deutet das daraufhin, dass das göttliche Recht in sich schon als barmherzig und direktes Zeugnis der goldenen Regel und dem Liebesbezug Jesus Christus zu entnehmen sind. Inwieweit die Evangelien selbst von Gott geschrieben sein sollen, ist umstritten. In Gal 1 11-12 steht geschrieben, dass die Offenbarung derer direkt von Gott und nich von „Menschenhand“ kommen
    Da Jesus die Bergpredigt mitteilte und somit den Beginn zum NT einleitete, ist auch klar, dass die Evangelien nur von Gott sein sollen, dass heisst, dass Jesus und Gott in sich eins sein sollen. In der Bergpredigt und den Evangelien im NT steht nun nach allgemeiner Lehre nichts gegen HS, ganz im Gegenteil behandelt z.b der Judasbrief die Geschichte um Genesis die sich mit Sodomie befasst, also Tiersex und nicht der Homosexualität.
    So wie ich dies nun alles deute, erkenne ich eigentlich nirgends einen direkten Bezug zur HS, entweder wird hier was kultisches beschrieben oder aber es geht einfach um was ganz anderes bzw, um ungültige Stellen.

    Fazit: Die EKD hat hier sehr wohl sehr christlich entschieden und es bleibt festzuhalten, dass sie sich genau an die Lehren der Bibel hält!

  2. Abgesehen von Widersprüchen zu biblischen Aussagen und Befremden über die schnelle, zeitgeistangepasste Meinungsänderung, ist es eigentümlich, dass seitens der EKD die wunderbaren Ergänzungsmöglichkeiten von Frau und Mann scheinbar vergessen wurden und der wichtige „gegengeschlechtliche Spiegel“ nicht mehr in Betracht gezogen wird.
    Das Gehirn ist das größte „Geschlechtsorgan“. Dort finden sich die wichtigsten, prägendsten und auch bereicherndsten Unterschiede zwischen Frau und Mann in den Bereichen „physiologische Abläufe“, „zentralnervöse Informationsverarbeitung“ und „genuinen, also angeborenen Denk- und Bewertungsprinzipien“. In Denk- und Bewertungsprinzipien, welche sich eben nicht einfach beispielsweise mit unterschiedlichen sozialen Erfahrungen in der Kindheit oder sonstigen sozio-kulturellen Einflüssen erklären lassen.
    Frauen haben z. B. mehr graue Gehirnzellen und weniger verknüpfende Nervenfasern im Gehirn: „Frauen können die einen Dinge besser, Männern die anderen; wir müssen lernen, einander zu helfen“.
    Damit und mit weiteren Unterschieden in den männlichen und weiblichen Gehirnen ist eine optimale Ergänzungsmöglichkeit der beiden Geschlechter trotz Konfliktstoff gegeben; Gleichheit kann sich höchstens addieren, Verschiedenheit kann wesentlich mehr erreichen (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 3. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2013)