VW einer der größten Profiteure der Arbeitslosenindustrie

Donnerstag, 25. August 2011, 15:57

Fotomontage: MB

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ARD-exklusiv zeigt auf: Harzt IV-Perspektive 50plus ist Demütigung, Verblödung und Zwang

Bonn – „Demütigung, Verblödung und Zwang“ so die Reaktion vieler Erwerbsloser auf die Dokumentation „ARD-exklusiv: Alt, arm, arbeitslos“, die sich gestern mit der Beschäftigungsinitiative 50plus von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen auseinandersetzte. Eindruckvoll zeigte der Film auf, wie zweifelhafte Maßnahmen aus dem Boden gestampft werden. Trotz jährlich 350 Millionen Euro Fördergelder werden keine älteren Menschen in den Arbeitsmarkt gebracht, aber das letzte Stück Selbstachtung wird ihnen so genommen. Auch der Weltkonzern VW, einer der größten Bildungsträger in Deutschland, durfte in dieser Runde nicht fehlen, diente er doch  der Arbeitsministerin als Vorzeigeprojekt für ältere Hartz IV-Bezieher. Dazu kassierte er pro Erwerbslosen ca. 2.700 Euro Lehrgangsgebühren, aber einstellen mochte der Konzern keinen.

Dazu Martin Behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forum Deutschland:

„ Man könnte ja schon fast unseriöse Verflechtungen zwischen der aus Niedersachen stammenden Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und dem Wolfsburger Weltkonzern vermuten, angesichts der Summen, die VW als einer der größten Profiteure der Arbeitslosenindustrie zugeschanzt bekommen hat. Peter Hartz fällt nicht weit vom Stamm, könnte die Abwandlung des bekannten Sprichwortes – ein Apfel fällt nicht weit vom Stamm – lauten, wenn es nicht so traurig für ältere Erwerbslose wäre. Und genau hier zeigen sich die wahren Abzocker von Hartz IV. Es sind gerade Weltkonzerne, die Gelder abkassieren und damit den Menschen das letzte Stück Hoffnung zu nehmen. Dabei könnte VW den Bluff auch selbst aus der Portokasse finanzieren. Aber auch den windigen Bildungsträgern mit ihren fragwürdigen Konzepten sollte der Scham im Gesicht stehen angesichts solcher demütigenden Maßnahmen, die vom pädagogischen her Sondermüll sind. Solchen Trägern gehört das Handwerk gelegt.

Eines hat ARD-exklusiv jedoch deutlich gemacht. Entgegen den Beteuerungen von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen sind gerade die Älteren die Verlierer am Arbeitsmarkt. Immer mehr ältere Arbeitnehmer sind nicht in Beschäftigung.