Occupy Bonn: Gegen die Ohnmacht, für mehr Demokratie – Wir sind die 99%

Sonntag, 6. November 2011, 19:03

Bonn – Am Samstag (5. November) trafen sich nun bereits zum vierten Mal die Anhänger der Occupy Bonn-Bewegung um 12 Uhr auf dem Friedensplatz, um unter dem Motto „Wir zahlen nicht für eure Krise – brecht die Macht der Banken“ durch die Bonner Innenstadt zu ziehen. Dass verantwortungslose Finanzspekulationen und ein Wirtschaftsystem, das sich immer weniger an den Bedürfnissen der großen Mehrheit orientiert, nicht die Zukunft sein können, in der man leben will und kann, treibt derzeit Menschen auf der ganzen Welt auf die Straße. Madrid, New York, Berlin – die Menschen haben erkannt, dass sie sich bewegen müssen, um der eklatanten Fehlentwicklung bei der Verteilung von Reichtum und Ressourcen Einhalt zu gebieten. Ein Vertrauen auf Beistand von Seiten der Politiker, die nach ihrer Karriere häufig in Unternehmensvorstände wechseln, gibt es kaum.

Die über zweihundert Demonstranten in Bonn stießen so auf zahlreiche positive Reaktionen bei der Bonner Bevölkerung, viele Passanten schlossen sich dem Zug spontan an und nahmen die Möglichkeit wahr, am „offenen Mikrofon“ in der Poststraße ihre ganz persönliche Betroffenheit über die derzeitigen Zustände zum Ausdruck zu bringen. Warum ein Konzernmanager 4000 Mitarbeiter entlässt, dann das Unternehmen fast in den Konkurs treibt und schließlich mit einer Abfindung von 5 Millionen Euro nach Hause geht, während die „einfache“ Krankenschwester angesichts des sinkenden Reallohnes kaum noch über die Runden kommt; oder warum auch in Bonn ansässige Konzerne trotz Rekordprofiten mit Subventionen und Steuererleichterungen beschenkt werden, während das Busticket wegen der angeblich desolaten Finanzsituation Bonns schon wieder teurer wird – das sind Fragen, auf die die Menschen gerne eine Antwort hätten, und der wachsende Unmut darüber ist spürbar.

Die Demonstration fand ihren Abschluss auf dem Friedensplatz, wo über die nächsten Aktionen diskutiert wurde, um die Bonner Occupy-Bewegung weiter auf- und auszubauen. Arbeitsgruppen haben sich gebildet, die sich mit Themen, wie die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise verständlich dargestellt werden kann und welche alternativen Modelle dazu entwickelt werden können, beschäftigen.

Nächsten Samstag wird die Demonstration erneut stattfinden, um 12 Uhr geht es vom Friedensplatz aus los. Informationen für Interessierte, die sich anschließen und engagieren wollen, gibt es unter http://www.occupybonn.de.