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Wulffs Weihnachtsansprache im Kasten und nichts zur Kreditaffäre

Schloss Bellevue (Foto: pixelio.de / Birgit)

Berlin – Die mit Spannung erwartete Weihnachtsansprache von Bundespräsident Christian Wulff wurde im Schloss Bellevue aufgezeichnet. Dazu hatte der Bundespräsident, wie auch schon im vergangenen Jahr, rund 70 Gäste von Feuerwehrleuten, Einwandererfamilien sowie Mitglieder des deutsch-israelischen Jugendwerkes geladen. Wer sich nun erwartet hatte, eine persönliche Erklärung Wulffs zur Kreditaffäre zu hören- und sehen, lässt am Sonntag den Fernseher besser aus.

Statt eine persönliche Erklärung zur Kreditaffäre zu geben, machte der Bundespräsident den Zusammenhalt in der Gesellschaft und in Europa zum Zentrum seiner Ansprache, wie Teilnehmer der Aufzeichnung berichteten. Dies berichtete „stern.de“

Erst heute hat Wulff über seinen Anwalt eingeräumt, an Kreditverhandlungen mit dem Unternehmer Geerkens beteiligt gewesen zu sein. In der Zeitung “Die Welt” erklärte der Anwalt, dass Geerkens zunächst “aufgrund seines besonderen Sachverstands und der freundschaftlichen Beziehungen” bei der Immobilien-Suche des Ehepaares Wulff beteiligt gewesen sei. Die Initiative für das Privatdarlehn ging hingegen von Geerkens Ehefrau aus. “Die Modalitäten wurden gemeinsam besprochen, das Darlehen von Frau Edith Geerkens gewährt”, hieß es in der Erklärung. Wulff hatte sich bisher nur dazu geäußert, dass Frau Geerkens die Kreditgeberin war, nicht aber inwieweit der Ehemann in die Verhandlungen eingebunden war.

Indessen befasst sich die Staatsanwaltschaft Hannover mit der Kredit- und Urlaubs-Affäre Wulffs. “Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen neun Anzeigen vorliegen, die überprüft werden”, sagte am Dienstag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, Jürgen Lendeckel. Angesichts immer neuer Vorwürfe gegen Christian Wulff haben Politiker der SPD Zweifel angemeldet, ob er seiner Aufgabe als Bundespräsident noch gewachsen ist. “Es wachsen derzeit täglich die Zweifel, ob der Bundespräsident der Vorbildfunktion gerecht wird, die er von anderen führenden Repräsentanten von Staat und Gesellschaft stets eingefordert hat”, sagte das SPD-Fraktionsvorstandsmitglied Sebastian Edathy “Handelsblatt-Online”.

pr-sozial, mit Material von dts