Neue Vorwürfe: Wulff warb als Ministerpräsident Sponsoren für Eventmanager Schmidt an

Dienstag, 3. Januar 2012, 13:56
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Hamburg – Offenbar hat Bundespräsident Christian Wulff in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident dem Eventmanager Manfred Schmidt zumindest indirekt bei der Sponsorensuche für private Prominentenpartys geholfen. Das berichtet das Hamburger Magazin „stern“ in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Laut dem Magazin sprach Wulff seinerzeit den Vorstandschef des Hannoveraner Versicherungskonzerns Talanx, Herbert Haas, auf den von Schmidt privatwirtschaftlich organisierten sogenannten Nord-Süd-Dialog an. Wulff, der Schirmherr der Veranstaltungsreihe war, habe Haas, “auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht”, teilte Talanx auf eine „stern“-Anfrage mit. Christian Wulffs damaliger Sprecher Olaf Glaeseker habe darauf “weitere Informationen” übermittelt. Danach soll sich der Konzern für ein Sponsoring haben und für das Event im Dezember 2009 insgesamt 10.000 Euro beigesteuert haben.

Auch der Touristikkonzern TUI soll von der Staatskanzlei auf die Eventreihe hingewiesen und soll 2007 und 2008 je 25.000 Euro für den Nord-Süd-Dialog gezahlt haben. Glaeseker habe zuvor “auf die Veranstaltung und die Möglichkeit eines Sponsorings aufmerksam gemacht”, bestätigte TUI dem Magazin. Ausgelöst von einem Bericht von „stern.de“ über kostenlose Ferienaufenthalte von Glaeseker auf den Anwesen von Schmidt prüft die Staats-anwaltschaft in Hannover inzwischen, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen Wulffs Ex-Sprecher einleiten muss. Wie die Staatskanzlei in Hannover mitteilte, lud Wulff als Ministerpräsident persönlich am 30. Juni 2008 den Unternehmer Egon Geerkens zu einer offiziellen Delegationsreise nach China und Indien ein, die im Oktober 2008 stattfand. Kurz nach der Reise gewährte Geerkens’ Ehefrau Edith dann dem Ehepaar Wulff einen zinsgünstigen Kredit über 500.000 Euro. Wulffs Anwälte gaben jedoch dem „stern“ keine direkte Antwort auf die Frage, warum Wulff Geerkens damals einlud. Der Unternehmer sei “auf eigene Rechnung” dabei gewesen, so das Magazin. Von daher sei ihm “kein Vorteil gewährt” worden.

Der Vorabmeldung zufolge, beriet Egon Geerkens Wulff bereits vor elf Jahren bei einem Immobiliengeschäft. Ab dem Jahr 2000 suchte Wulff einen Käufer für das Haus seines Vaters in Westerkappeln bei Osnabrück und fand ihn schließlich in dem Malermeister Wiho Pieper, einem CDU-Mitglied aus dem benachbarten Wallenhorst. Pieper war zuvor ein Geschäftspartner von Geerkens. 1996 führte er für ihn Aufträge bei einem Bauprojekt in Berlin aus.

“Herr Geerkens unterstützte Herrn Wulff bei dem Verkauf der Immobilie als väterlicher Freund, teilten Wulffs Anwälte dem „stern“ auf Fragen zu dem Hausverkauf in Westerkappeln mit. Dies soll aber keine “beratende oder anderweitige Tätigkeit von Herrn Geerkens im Sinne einer geschäftlichen Beziehung” gewesen sein. Diese Betonung ist aus Wulffs Sicht wichtig, weil er dem niedersächsischen Landtag im Februar 2010 hatte erklären lassen, in den zehn Jahren zuvor keine Geschäftsbeziehung mit dem Unternehmer unterhalten zu haben.
Mit Quelle von ots