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Occupy ruft weltweit zu einem Aktionstag morgen, Sonntag, den 15. Januar, auf

Erneut werden in 2012 wieder auf der ganzen Welt die Menschen ihren Protest und ihre Wünsche gemeinsam auf die Plätze und Straßen tragen.
Was alle dabei eint, ist die Einsicht, dass das aktuelle gesellschaftliche und wirtschaftliche Gegeneinander auf dieser Welt nur wenigen nutzt und den meisten kein angstfreies Leben erlaubt. Daraus ergibt sich der Wille von immer mehr Menschen, ihre eigene Zeit oder Teile davon für eine grundlegende Änderung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenlebens einzusetzen.

So wird auch für kommenden Sonntag, 15.Januar, aufgerufen, sich zum ersten Mal im neuen Jahr wieder weltweit zu einem Aktionstag zu
versammeln:  „Global Change“ für eine gerechte Weltordnung. Allerorten wird mit viel Kreativität noch an den letzten Vorbereitungen für dieses Ereignis gearbeitet: Musikgruppen üben neue kämpferische Songs, Assembleas beratschlagen über Redebeiträge und Wegstrecken für größere oder kleinere Demomärsche, Straßentheater putzen ihre Requisiten heraus und viele Einzelne malen schon mal im Stillen Pappschilder mit ihren ganz persönlichen Anliegen für die Änderung der Gesellschaft.

_„Ein Zelt, dessen Zeit gekommen ist,kann niemand aufhalten“_

Es rufen zu diesem Aktionstag  Occupy und auch Attac sowie viele weitere Zusammenhänge und einzelne Menschen auf. Weltweit werden unzählige Städte dabei sein. Eindrücklich kann mensch sich davon anhand folgender Karte überzeugen:
http://map.squaresdatabase.org/
https://squaresdatabase.crowdmap.com/

Allein in Deutschland werden sich in über dreißig Städte die Menschen zu Aktionen und Demos aufmachen. Hier die Treffpunkte für einige der größeren Städten in Deutschland:

Berlin : 13 Uhr, Neptunbrunnen
In Berlin wird der Aktionstag von vielen unterschiedlichen
Musikgruppen, Theaterintermezzos, Songs ,  Assembleas   bis in die
Abendstunden hinein begleitet sein.

Bonn: 12 Uhr, Museum König (Adenauerallee) Düsseldorf : 14 Uhr, Hauptbahnhof Frankfurt : 12 Uhr, Rathenauplatz München : 12 Uhr, Marienplatz

Eine ausführliche Übersicht über die Treffpunkte in vielen weiteren Städten , von Attac zusammengestellt, gibt es hier:
https://akopol.wordpress.com/2012/01/11/occupy-demonstrationen-am-15-1-2012-weltweit-unter-dem-motto-15j-global-change-eine-mogliche-welt-ist-anders/

_Die Welt braucht einen  anderen System-Plan!_

Für Occupy steht außer Frage: Das Wirtschafts- und Finanzsystem muss völlig neu organisiert werden. Diese Reorganisation beinhaltet die Auflösung international operierender, privater Banken, die Vergesellschaftung global agierender Großkonzerne sowie die gerechte Verteilung vorhandender Werte. Es gibt genug für alle!

Wenn nun auch die Wettergötter noch mitspielen, kann der 15. Januar ein Tag voller neuer Zuversicht für all jene Menschen  werden, welche sich die bange Frage stellen: Wird es die Menschheit noch knapp rechtzeitig schaffen, die Welt in einem kollektiven Aufstand  vor der zerstörerischen Dynamik des Kapitalismus und seinen unverbesserlichen Verfechtern zu retten? Wird eine andere, gerechtere und demokratische Weltordnung erfunden werden können und lässt sich das ohne grausames Blutvergießen durchzusetzen?

Occupy wird so oder so an Lösungen für eine bessere Welt weiter und weiter dranbleiben. Die bisherigen Camps, mitten auf die Plätze in den Zentren der Metropolen dieser Welt platziert, sprechen dafür eine deutliche Sprache!

_„Die Letzten werden die Ersten sein“ –   bald so wirklich auf Erden,
wie wir uns das so eigentlich nie vorgestellt haben?_

Geringverdiener und Erwerbslose werden vermutlich, anders als bisher gedacht – wenn meist auch unfreiwillig – zum Leitbild einer  künftigen globalisierten Gesellschaft. Wie überleben Menschen mit knappen Mitteln oder sogar vom Weggeworfenen der Besserverdiener oder dem, was vorige Generationen hinterlassen haben? Wie können sich die Verarmten eine eigenständige Kultur und Ethik erhalten oder neu erschaffen, wenn der Zugang zur sog. Hochkultur versperrt ist? Und dies möglichst ohne billigem Schundkonsum zu erliegen oder die natürliche Umwelt zu plündern. Wie lassen sich wichtige Dinge des Lebens mit List und solidarischem Zusammenhalt organisieren, die eigentlich allen zustehen müssten, jedoch dreist  von den Reichen und ihren Zuträgern in Beschlag genommen sind? Wie kann die Produktion und der möglichst direkte  Tausch der Commons – also all jener Dinge, die zum Leben unverzichtbar sind – so organisiert werden, dass alle von allen Werten auskömmlich erhalten?
Wie lässt sich bei all diesen existenziellen Fragen, auch ein gewaltfreies Miteinander, im Reden und im Schweigen, einüben? Und alles so, dass die Liebe und die Zuneigung untereinander weiter wachsen kann und das gelebte Miteinader immer mehr und mehr Menschen davon überzeugt, ebenfalls  die „Wohltaten“ der kapitalistischen Gesellschaft so weit wie möglich hinter sich zu lassen, und stattdessen mutig ins  gelebte Entwerfen einer nachkapitalistischen Gesellschaft mit einzusteigen?

Das alles sind noch offene Fragen, die jedoch in den Camps weltweit aufgetaucht sind und angegangen werden. Daher wird es voraussichtlich noch viele Asembleas, Aktionstage, Demomärsche, neue mobile Camps und viel Unbekanntes weltweit und vor der eigen Haustür geben. Denn die Krise des Kapitalismus ist noch lange nicht überwunden.

_Auch das Erwerbslosen Forum Deutschland beteiligt sich am Aktionstag 15J – Global Change._

Genau wegen der oben dargelegten Einsicht unterstützt auch das Erwerbslosen Forum Occupy. Wir bitten alle Leser und UserInnen sich ebenfalls rege in ihren Städten einzubringen. Denn wer, wenn nicht diejenigen, die für ein auskömmliches Leben hier und heute zu wenig verdienen oder auf die mageren Transferleistungen angewiesen sind – „wissen besser, wie es sich Tag für Tag anfühlt, die Kluft zwischen arm und reich materiell und seelisch zu bewältigen?

Jede/r Einzelne/n, ob erwerbslos oder noch erwerbstätig, ist aufgerufen, jene Dinge, die aus seiner/ihrer persönlichen Sicht am vordringlichsten geändert werden müssen, so klar wie möglich zu Papier oder auf einen Pappkarton zu malen und damit  am  Sonntag mit auf die Straßen und Plätze zu kommen.

Wenn am Sonntag Tausende individuell bemalter Pappkartons und viele neue Songs weltweit überall sicht- und hörbar werden,  wird deutlich, was die Menschen weltweit am meisten bedrängt. Sie werden damit auch zeigen, dass viele und hoffentlich immer mehr Menschen unverdrossen entschlossen sind, den Kapitalismus als destruktives Gesamtsystem nur noch so wenig wie irgendmöglich zu bedienen. Sie wollen stattdessen eine andere Welt Schritt für Schritt mit friedlichen Streitmitteln gemeinsam durchzusetzen.

Wir freuen uns, wenn auch möglichst viele Lesern und Usern des Erwerbslosenforum morgen überall vor Ort mit dabei sind.

Maja Binder (Berlin)
Martin Behrsing(Bonn)