G-20: Merkel setzt sich im Streit um Handelsüberschüsse durch

Donnerstag, 11. November 2010, 20:53

Seoul (dts) – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auf dem am Donnerstag begonnenen fünften G-20-Gipfel in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul einen ersten Teilerfolg erzielt. Im Streit der führenden Wirtschaftsmächte über den Abbau hoher Handelsüberschüsse erreichte Merkel, dass die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zunächst keine konkreten Vorgaben und Grenzen für Handelsüberschüsse oder -defizite machen. Dies teilte die Bundeskanzlerin am Donnerstag nach einem Treffen mit US-Präsident Obama mit. Die Ungleichgewichte beim Handel hatten zu Spannungen zwischen den großen Staaten geführt. Im Vorfeld des G-20-Gipfels hatten die USA gefordert, dass starke Exportnationen wie Deutschland ihre Leistungsbilanzüberschüsse auf vier Prozent des Bruttoinlandsproduktes begrenzen. Die G-20-Staaten einigten sich darauf, dass die Waren- und Kapitalströme künftig besser beobachtet und so rechtzeitig übermäßige Überschüsse und Defizite vermieden werden. Wann ein solches Überwachungssystem kommen soll, blieb zunächst noch unentschieden. Die G-20-Gruppe ist ein seit 1999 bestehender, informeller Zusammenschluss aus 19 Staaten und der Europäischen Union. Sie soll als Forum für die Kooperation und Konsultation in Fragen des internationalen Finanzsystems dienen.

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