Kritik an Treibstoffen aus Ackerpflanzen wächst

Sonntag, 10. Juli 2011, 08:10

Berlin (dts) – Die Organisation „Rettet den Regenwald e.V.“ rechnet dem Nachrichtenmagazin „Focus“ zufolge mit einer Wende bei E10-Benzin und Biodiesel. Die Treibstoffe aus Ackerpflanzen sind zunehmend in die Kritik geraten. Mit überwältigender Mehrheit strich der US-Senat im Juni die Subventionen für Biosprit aus Mais, die im Jahr 2010 noch sechs Milliarden Dollar betragen hatten. Auch zehn internationale Organisationen, darunter die Weltbank, der Internatio­nale Währungsfonds und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorgani­sation der Vereinten Nationen (FAO) kommen in einer Studie zu dem Schluss, dass Subventionen für Biotreibstoffe schnellstens abgeschafft werden sollten. Sie warnen vor steigenden Lebensmittelpreisen durch den Ausbau der Energiepflanzenproduk­tion, was die Zahl der Hungernden steigen ließe. Der Vorsitzende von „Rettet den Regenwald“, Reinhard Behrend, sagte „Focus“: „Nur Deutschland und die EU steuern immer noch in die Gegenrichtung.“ Die EU-Beimischungsquote für Agrotreibstoffe verteuere nicht nur Nahrung, sondern führe auch dazu, dass in tropischen Ländern Urwald für Energiepflanzen-Plantagen gerodet werde.

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