Bundesbankpräsident Weidmann gegen Steuersenkungen

Mittwoch, 13. Juli 2011, 13:40

Berlin (dts) – Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat die Steuersenkungspläne der Regierung kritisiert. „Angesichts der Risiken in der Finanzplanung und eines krisenbedingt sehr hohen Schuldenstands muss die Haushaltskonsolidierung Vorrang haben“, sagte Weidmann im Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. Zudem könne eine Steuersenkung „die ohnehin schon lebhafte Konjunktur zusätzlich befeuern“ und damit Inflationstendenzen verstärken. Den Einwand, durch die Steuersenkungen würde die Bevölkerung am Aufschwung beteiligt, wies er zurück. Auch ohne eine Entlastung würden die Menschen von der konjunkturellen Belebung profitieren. „Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Beschäftigung wächst, und die Löhne ziehen an. Nach unserer Einschätzung steigen die verfügbaren Einkommen 2011 und 2012 um dreieinhalb und drei Prozent. Auch nach Abzug der Inflation wird hier ein deutliches Plus verbleiben.“

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